schwatzgelb.de das Fanzine rund um Borussia Dortmund
A- A+
schwatzgelb.de das Fanzine rund um Borussia Dortmund
Startseite | FAQ | schwatzgelb.de unterstützen
Login | Registrieren

Warum die Inzidenzen sinken (Corona)

markus, Mittwoch, 02.06.2021, 15:17 (vor 1774 Tagen) @ Lutz09

Natürlich, und da stimme ich dir zu, ändern Menschen ihr Verhalten, wenn medial breit berichtet und ein nächster Lockdown samt an die Wand gemalter Horror-Inzidenzzahlen, die über uns hereinbrechen, verkündet wird – die im übrigen so nie eingetreten sind.


Präventionsparadox. Wenn ich Kontakte herunterfahre, kann ich mich nicht anstecken. Wenn es draußen regnet und ich einen Regenschirm nutze, werde ich nicht nass. Wir reden hier über ein Virus, das sich nur bei Kontakten übertragen kann.


Ach ja, das viel herbeizitierte Präventionsparadoxon, was naturwissenschaftlich, mathematisch und logisch betrachtet blanker Unsinn ist. Ist so ein bisschen wie in der Medizin: Ich entdecke irgendwas und heile sofort, also ein perfektes Geschäftsmodell sozusagen. Da ich dir ja verspreche, dass das, was ich gemacht habe, genau das bewirkt hat, was ich versprochen habe ;)

Noch einmal. Ohne vernünftige Datenlage, keine valide Aussage.


Aber den Zusammenhang kein Kontakt = keine Virusübertragung und weniger Kontakte = weniger Virusübertragungen erkennst du schon an, oder? Wenn die Bevölkerung ihre Kontakte reduziert, weil sie von Experten hören, was passieren wird, wenn sich nichts ändert, dann hat das natürlich einen positiven Einfluss auf die weitere Entwicklung. Im Idealfall benötigt man keine angeordneten Maßnahmen. Der Idealfall ist, dass die Bevölkerung anhand der Informationen der Bundesregierung oder dem RKI von alleine die Gefährdung wahrnimmt und ihr Verhalten selbst ändert. Das ist zwar überwiegend nicht passiert, offenbar aber um Ostern herum, als Experten aufgezeigt haben, was die vierte Welle anrichten kann. Wenn die Eigenverantwortung an der Stelle funktioniert hat, dann ist das doch absolut positiv. So sollte es doch auch sein.


Das ist ja wohl das Minimum und etwas, was schon seit März 2020 klar gewesen war. Ändert aber nichts daran, das das RKI im Blindflug unterwegs ist. Es wird immer noch mit Schrot geschossen, anstatt differenziert zu agieren – wozu man natürlich, wie geschildert, nicht in der Lage ist, weil die Daten fehlen. Also prognostiziert man im übertragenen Sinne gern die Sintflut, damit die Leute zu Hause bleiben. Blöd nur, wenn sie dann aus dem Fenster gucken.

Das resultiert aber letztendlich aus den Fehlern, die man im Spätsommer gemacht hat. Die Gesundheitsämter haben früh genug gewarnt, dass die Kontrolle entgleiten wird, wenn die Inzidenzen auf über 50 ansteigen. Wenn die Politik dann nicht handelt und die Inzidenzen auf bis zu 200 ansteigen lässt, darf man sich nicht wundern, wenn hinterher das RKI nicht weiß, wo die Infektionen stattfinden. Die Kontaktverfolgung ist leider nur solange gut, solange sie auch funktioniert. Oder man muss die Gesundheitsämter personell aufstocken, damit auch höhere Inzidenzen noch unter Kontrolle bleiben. Auch das hat man nicht gemacht.

Die Datenlage ist so wie sie ist. Niemand von uns trägt einen Chip, der sämtliche Bewegungen auswertet. So genau sind die Daten leider nicht. Den Anspruch darf man auch gar nicht haben. Aber die Datenlage ist deutlich besser als vor 100 Jahren. Ich hätte es zudem für sinnvoll erachtet, wenn es, ähnlich wie bei Umfragen auch, repräsentative Tests gäbe.


Ja, gut. Das ist natürlich ein Trost, dass es besser als vor hundert Jahren ist. Und noch besser als im Mittelalter. Und sehr viel besser als in der Steinzeit. Und jetzt mal ernsthaft. Das kann ja wohl nicht im Ansatz der Anspruch eines hochtechnologisierten Landes sein. Oder wie tief setzen wir inzwischen unsere Standards?
Das Pandemiemanagement der Bundesrepublik baut auf einem Corona-Monitoring auf, das diese Bezeichnung nicht verdient. Die Politik weiß bis heute kaum, was genau sie mit ihren Lockdown-Maßnahmen bewirkt und wer sich warum infiziert. Warum das so ist, wird zum Beispiel in diesem Blog anschaulich erläutert. Und das ist ziemlich ernüchternd und nicht schön zu reden, wenn du mich fragst.

Ja, das mit den Stichproben (wird in dem Blog erwähnt) verstehe ich auch nicht. Mit wenigen tausend Menschen lassen sich repräsentative Daten zu den Bundestagswahlen auswerten, dann müsste das eigentlich auch mit wenigen Tausend Stichprobentests gehen. Von einer Kapazität von über 1 Millionen PCR Tests je Woche müsste man einige wenige Tausend Tests problemlos für diesen Zweck bereitstellen können.


Antworten auf diesen Eintrag:



gesamter Thread:


schwatzgelb.de unterstützen

1560317 Einträge in 16739 Threads, 14377 registrierte Benutzer Forumszeit: 11.04.2026, 06:13
RSS Einträge  RSS Threads | Kontakt | Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung | Forumsregeln