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[Finanzen] Die Mär von: 'die Reichen' zahlen viel Steuern (Sonstiges)

FourrierTrans @, Dortmund, Thursday, 10.06.2021, 23:05 (vor 129 Tagen) @ MarcBVB
bearbeitet von FourrierTrans, Thursday, 10.06.2021, 23:10

Du siehst kein Problem darin, dass jemand mit einem Einkommen von 40 Millionen (und den Reichtum sieht man dann auch an den Immobilien etc.) weniger Steuern zahlt als eine Krankenschwester?

Beide Aussagen sind komplett falsch:

1. auf das Einkommen zahlt er volle Einkommenssteuer. Die Ersteller der Studie wollen aber den Zuwachs an Vermögen zum Gegenstand der Besteuerung machen.


Es geht doch hier gerade darum, dass Leute wie Bezos, Musk, etc teilweise in manchen Jahren garkeine income tax Zahlen, weil sie es eben durch entsprechende Schlupflöcher vermeiden können und sich Ihr "Einkommen" eben größtenteils aus Assets generiert, die nicht unter die Einkommenssteuer fallen. Die meisten Leute unterscheiden im Allgemeinen Sprachgebrauch nicht zwischen Arbeitseinkommen als zu versteuernder Lohn und den Einkommensquellen, um die es hier geht. Das weißt du auch sicher ganz genau, aber versuchst schlaumeierisch so zu tun, als wäre das alles ganz fair.


2. selbst wenn Bezos nur 1% Steuern auf seine vermeintlichen $40 Mio bezahlt, wären das $400.000. So viel Steuern zahlt eine Krankenschwester vielleicht in ihrem ganzen Leben.


Ja und? Irgendwie hast du scheinbar denn Sinn eines relativen und progressiven Steuersystems noch nicht verstanden.


Das stimmt. Ein Prozess hin zu einer faireren Gesellschaft und weg von brandgefährlichen politischen Irrwegen führt nur über eine sinnvolle Vermögenssteuer. Insbesondere bei Vermögen im Stile von Bezos oder den Quandts muss man überlegen, inwieweit man das anpassen sollte/könnte (ohne, dass ich da jetzt ein Experte bin).


Warum? Wenn jemand sein Vermögen spart, dann ist das so. Muss nicht jeder sein Geld versaufen.

Auf die Zinsen greift der Staat ja eh schon zu. Warum auf die Substanz?

Ach ja richtig, damit die ichems dieser Welt noch mehr Zeit zum RTL gucken und saufen bei gleichzeitiger Vollalimentierung haben.

Nein, weil eine derart extreme Vermögenszentrierung des obersten Perzentils, wie wir sie aktuell in den USA und Europa sehen, schon einige Male in der Geschichte vorgekommen ist und sie über einen längeren Zeitraum vorliegend immer zu extremen gesellschaftspolitischen Verwerfungen geführt hat. Das hat auch nichts mit RTL zu tun, deine ungehaltene und unreflektierte Haltung könnte aber einem RTL-Zuschauer passgenau sitzen. Wenn dein Intellekt es zulässt, lege ich dir die Bücher von Thomas Piketty ans Herz, da kann man das auf 1200 Seiten minutiös aufgearbeitet und mit empirisch belegten historischen und aktuellen Daten studieren.


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