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[Finanzen] Die Mär von: 'die Reichen' zahlen viel Steuern (Sonstiges)

Johan, Bremen, Thursday, 10.06.2021, 22:25 (vor 129 Tagen) @ DomJay

Du siehst kein Problem darin, dass jemand mit einem Einkommen von 40 Millionen (und den Reichtum sieht man dann auch an den Immobilien etc.) weniger Steuern zahlt als eine Krankenschwester?

Beide Aussagen sind komplett falsch:

1. auf das Einkommen zahlt er volle Einkommenssteuer. Die Ersteller der Studie wollen aber den Zuwachs an Vermögen zum Gegenstand der Besteuerung machen.


Es geht doch hier gerade darum, dass Leute wie Bezos, Musk, etc teilweise in manchen Jahren garkeine income tax Zahlen, weil sie es eben durch entsprechende Schlupflöcher vermeiden können und sich Ihr "Einkommen" eben größtenteils aus Assets generiert, die nicht unter die Einkommenssteuer fallen. Die meisten Leute unterscheiden im Allgemeinen Sprachgebrauch nicht zwischen Arbeitseinkommen als zu versteuernder Lohn und den Einkommensquellen, um die es hier geht. Das weißt du auch sicher ganz genau, aber versuchst schlaumeierisch so zu tun, als wäre das alles ganz fair.


2. selbst wenn Bezos nur 1% Steuern auf seine vermeintlichen $40 Mio bezahlt, wären das $400.000. So viel Steuern zahlt eine Krankenschwester vielleicht in ihrem ganzen Leben.


Ja und? Irgendwie hast du scheinbar denn Sinn eines relativen und progressiven Steuersystems noch nicht verstanden.


Das stimmt. Ein Prozess hin zu einer faireren Gesellschaft und weg von brandgefährlichen politischen Irrwegen führt nur über eine sinnvolle Vermögenssteuer. Insbesondere bei Vermögen im Stile von Bezos oder den Quandts muss man überlegen, inwieweit man das anpassen sollte/könnte (ohne, dass ich da jetzt ein Experte bin).


Bezos ist doch ein grottenschlechtes Beispiel. Der Mann hat einen Klimafond in Höhe von 16 Milliarden Dollar aufgelegt. Um das zu matchen müssen wir viel CO2 Steuer zahlen ohne einen Cent zurück zu bekommen. Gates hat Trinkwasseranlagen überall auf dem afrikanischen Kontinent errichtet und fördert so viel Forschung.

Das Problem ist, dass einige das Geld lieber in Nationalstaaten sehen wollen, weil sonst keine Umverteilung möglich ist die einige Parteien auf der Welt dringend benötigen, weil sie ohne gar keine Ideen haben. Ich finde Konsum persönlich viel zielführender.


Nein, du bringst verschiedene Elemente durcheinander. Ich kann nicht beurteilen, was genau in diesem Klimafonds passiert, was mit dem Geld konkret wo gemacht wird. Aber davon können sich die mies bezahlten Amazon Mitarbeiter, gerade in den USA, ad-hoc relativ wenig kaufen. Ist ja möglicherweise eine legitime philanthropische Selbstbeweihräucherung, aber das führt ja erst einmal nicht zu sozialer Gerechtigkeit. Im Gegenteil, genau da werden die Trump Wähler hervorkommen und sagen "Fuck you and your climafonds dude, I need move to my second to in order to pay my bills".


Wir sind aber nicht in den USA. Und Klimaschutz ist wichtig, größe Aufgabe überhaupt. Da wird uns all die soziale Gerechtigkeit nicht helfen, wenn der Planet unbewohnbar wird.

Das Klima wird aber nicht dadurch gerettet, dass Bezos und andere durch diesen modernen Ablasshandel etwas für Ihre PR tun. Außerdem ist es nicht die Aufgabe von einzelnen Personen, zu bestimmten, wie wir solche die ganze Menschheit betreffenden Aufgaben angehen sollen. Das sind gesellschaftliche Fragen, die wir alle zusammen durch unsere gewählten Repräsentanten entscheiden sollten.


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