schwatzgelb.de das Fanzine rund um Borussia Dortmund
A- A+
schwatzgelb.de das Fanzine rund um Borussia Dortmund
Startseite | FAQ | Forumsregeln | Nutzungsbedingungen | schwatzgelb.de unterstützen
Login | Registrieren

Privates Gehalt vs. Konzern (Sonstiges)

Goalgetter1990 @, Hockenheim, Thursday, 10.06.2021, 15:30 (vor 99 Tagen) @ Melange

No offense. Aber wenn wir glauben Spitzensteuersätze wären bei 55% hoch, hat der Neoliberalismus schon gewonnen. Die Brd ist mit 95% gestartet und war dann jahrzehntelang über 70% bis die andauernde Senkung erfolgte.

Warum sind die Neoliberalen eigentlich so hinter Steuersenkungen her? Es ist nicht unbedingt, die Kohle, die bei den Reichen verbleibt und für Kunst, Boote und anderen Nippes verschwendet wird. Es geht darum den Staat arm zu machen. Denn erst wenn der Staat arm ist, werden die Menschen den Kürzungen im Sozialbereich zustimmen. Und Arbeitslosengeld und Minirenten bestimmen letztlich das untere Lohnniveau, was die Menschen akzeptieren. Und das ist, was der Neoliberalismus will. Einen schwachen Staat (Bezogen auf Sozialea nicht Überwachung, Militär oder andere Nachtwächterfunktionen) und verängstigte Lohnabhängige. Die Sachzwanglogik (wir müssen uns das leisten können) kann dann für jede Kürzungen oder Kapitalorientierung in den Sozialbereichen verwandt werden. Ob privatisierte Gesundheit, kapitalgedeckte Altersvorsorge oder Arbeitsmarktmaßnahmen.

No Offense, wer theoretische 55% Spitzen-Steuersatz mit dem "Sieg" des Neuliberalismus assoziiert und dann in die ganz tiefe "Man will den Staat schwächen" Klischee-Kiste greift, verkennt aber auch die internationale Realität.

Die Länder mit den höchsten Einkommenssteuerspitzensätzen (darunter eben auch die skandinavischen Länder welche grundlegend für ihren Sozialstaat bekannt sind) sind:

Deutschland (47,48%),
Frankreich (48%),
Niederländische Antillen (49,4%),
Österreich (50%),
Japan (50%),
Finnland (50,1%),
Niederlande (52%),
Belgien (53,5%)
Schweden (56,6%) und
Dänemark (59%).

Wie gesagt, man kann sicherlich diskutieren, wie hoch ein angemessener Spitzensteuesatz sein muss (und ab wann dieser greifen sollte). Aber 55% als den "Sieg" des Kapitals über die Lohnabhängigen zu bezeichnen, nunja, ist nicht zwingend nachvollziehbar.


Antworten auf diesen Eintrag:



gesamter Thread:

RSS-Feed dieser Diskussion


826212 Einträge in 9252 Threads, 13086 registrierte Benutzer, 508 Benutzer online (51 registrierte, 457 Gäste) Forumszeit: 17.09.2021, 23:33
RSS Einträge  RSS Threads | Kontakt | Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung