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[Finanzen] Die Mär von: 'die Reichen' zahlen viel Steuern (Sonstiges)

DomJay @, Köln, Thursday, 10.06.2021, 22:31 (vor 129 Tagen) @ FourrierTrans

Du siehst kein Problem darin, dass jemand mit einem Einkommen von 40 Millionen (und den Reichtum sieht man dann auch an den Immobilien etc.) weniger Steuern zahlt als eine Krankenschwester?


Beide Aussagen sind komplett falsch:

1. auf das Einkommen zahlt er volle Einkommenssteuer. Die Ersteller der Studie wollen aber den Zuwachs an Vermögen zum Gegenstand der Besteuerung machen.

Es geht doch hier gerade darum, dass Leute wie Bezos, Musk, etc teilweise in manchen Jahren garkeine income tax Zahlen, weil sie es eben durch entsprechende Schlupflöcher vermeiden können und sich Ihr "Einkommen" eben größtenteils aus Assets generiert, die nicht unter die Einkommenssteuer fallen. Die meisten Leute unterscheiden im Allgemeinen Sprachgebrauch nicht zwischen Arbeitseinkommen als zu versteuernder Lohn und den Einkommensquellen, um die es hier geht. Das weißt du auch sicher ganz genau, aber versuchst schlaumeierisch so zu tun, als wäre das alles ganz fair.

2. selbst wenn Bezos nur 1% Steuern auf seine vermeintlichen $40 Mio bezahlt, wären das $400.000. So viel Steuern zahlt eine Krankenschwester vielleicht in ihrem ganzen Leben.

Ja und? Irgendwie hast du scheinbar denn Sinn eines relativen und progressiven Steuersystems noch nicht verstanden.


Das stimmt. Ein Prozess hin zu einer faireren Gesellschaft und weg von brandgefährlichen politischen Irrwegen führt nur über eine sinnvolle Vermögenssteuer. Insbesondere bei Vermögen im Stile von Bezos oder den Quandts muss man überlegen, inwieweit man das anpassen sollte/könnte (ohne, dass ich da jetzt ein Experte bin).


Bezos ist doch ein grottenschlechtes Beispiel. Der Mann hat einen Klimafond in Höhe von 16 Milliarden Dollar aufgelegt. Um das zu matchen müssen wir viel CO2 Steuer zahlen ohne einen Cent zurück zu bekommen. Gates hat Trinkwasseranlagen überall auf dem afrikanischen Kontinent errichtet und fördert so viel Forschung.

Das Problem ist, dass einige das Geld lieber in Nationalstaaten sehen wollen, weil sonst keine Umverteilung möglich ist die einige Parteien auf der Welt dringend benötigen, weil sie ohne gar keine Ideen haben. Ich finde Konsum persönlich viel zielführender.


Nein, du bringst verschiedene Elemente durcheinander. Ich kann nicht beurteilen, was genau in diesem Klimafonds passiert, was mit dem Geld konkret wo gemacht wird. Aber davon können sich die mies bezahlten Amazon Mitarbeiter, gerade in den USA, ad-hoc relativ wenig kaufen. Ist ja möglicherweise eine legitime philanthropische Selbstbeweihräucherung, aber das führt ja erst einmal nicht zu sozialer Gerechtigkeit. Im Gegenteil, genau da werden die Trump Wähler hervorkommen und sagen "Fuck you and your climafonds dude, I need move to my second to in order to pay my bills".


Wir sind aber nicht in den USA. Und Klimaschutz ist wichtig, größe Aufgabe überhaupt. Da wird uns all die soziale Gerechtigkeit nicht helfen, wenn der Planet unbewohnbar wird.


Es geht in dem Thread um Fragen der Besteuerung und nicht um Klimaschutz, so wie ich es verstehe.
Fernab davon, dass die gleichen gesellschaftlichen Gräben (auch durch Jobs à la Amazon Logistiker und co) ebenso in Deutschland erkennbar werden, siehe AfD.


Das hat aber nichts mit der Einkommensteuer zu tun, sondern mit uns allen als geizigen Konsumenten. Zumindest meine Meinung. Uns kann es doch alles nicht günstig genug sein.

Das sehe ich genauso, der Hebel kann nur die Vermögenssteuer sein.


Und hier würde ich widersprechen. Die Vermögenssteuer ist nichts anderes als eine Störung des Systems. Diesen Effekt gleicht der Markt durch höhere Preise einfach aus.


Stimmt, nur dass dann eben deutlich mehr Personen am Konsum teilnehmen könnten (wenn die Preise nicht 1zu1 steigen). Das Geld zirkuliert wieder. Der typische Amazon-Mitarbeiter, um beim Beispiel zu bleiben, spart ja gar nichts, um irgendwo konsumieren zu können. Unter anderem, weil ein Bezos auf knapp 200 Mrd. Euro sitzt und miserabel bezahlte Jobs flächendeckend einsetzt.

Zunächst ist es aber kein 1 Personenbetrieb. Aber nehmen wir mal die Tatsache, dass inzwischen 1,3 Millionen Menschen weltweit für diesen Konzern arbeiten. Dann ist sein Reichtum irgendwie verdient, wenn ich den Aufwuchs bedenke von ein paar Hanseln. Ich schätze mal 30-40 Milliarden Gehälter zahlen die pro Jahr dann auch aus.

Könnten die Menschen übrigens nicht, denn der alte Fußballspruch gilt weiter. Die Flut hebt alle Bote, nicht nur die eben so schwimmen.


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