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6.12.2019 (Sonstiges)

Wallone @, Sonntag, 01. Dezember 2019, 19:40 (vor 6 Tagen) @ Ulrich

Das war keine sozialdemokratische Politik. Das war Sozialismus nach SED-Muster. Leider steht das Interview mittlerweile hinter der Paywall. Aber seine Ausführungen waren meiner Meinung nach hoch problematisch, und er wurde auch keineswegs von seinen Interviewpartnern "aufs Glatteis" geführt.

Wow, wie der Kühnert doch weiter triggert ;). Also man kann ja diese ganzen Ansätze meinetwegen komplett ablehnen, zumal eine Enteignung mit der Entschädigungspflicht des Grundgesetzes sehr teuer werden würde. Aber bevor man direkt "SED" schreit, sollte man vielleicht ein paar grundsätzliche Sachen bedenken:

Kühnert hat bezogen auf BMW von einer "Kollektivierung" gesprochen. Das ist etwas anders als Verstaatlichung. Und mit einer Abschaffung der Marktwirtschaft hat das sowieso erstmal gar nichts zu tun.

Kollektivierung heißt entweder Umwandlung in eine Genossenschaft (die dann eben nicht vom Staat, sondern von den jeweiligen Mitgliedern verwaltet wird) oder die Übertragung der Eigentumsanteile (in diesen Fall der Aktien) auf die Mitarbeiter. Die Stammbelegschaft von BMW dürfte schon jetzt einen nicht so geringen Anteil am Streubesitz der BMW-Aktien halten. Huch, haben wir es etwa mit einem teilkollektivierten Unternehmen zu tun?

BMW bliebe auch bei einer anderen Verteilung der Aktien ein Privatunternehmen. Und selbst wenn man BMW verstaatlichen würde, bliebe es ein kapitalistisches Unternehmen, das sich am Markt bewähren müsste. Denn mit den Eigentumsverhältnissen eines Unternehmens ändert man noch nicht die Wirtschaftsordnung. Volkswagen war übrigens nach 1945 bis 1960 ein reines Staatsunternehmen.

Sind jetzt etwa VW und BMW wegen der großen Anteile, die immer noch die Familien Porsche/Piech bzw. Klatten halten automatisch heute bessere Unternehmen? Macht deren märchenhafter Reichtum den (mittlerweile eher fragilen) Unternehmenserfolg aus? Und dann ist bei VW das Emirat Katar neben der Porsche Holding und dem Land Niedersachsen einer der größten Einzelaktionäre. Katar: Ein Staat in Privatbesitz. Ist das Staatskapitalismus oder Privatsozialismus oder was? Was ich sagen will: Es ist halt etwas komplexer. Und dass solche nun wirklich nicht neuen Juso-Gedankenspiele direkt aus der Sozialdemokratie in Richtung SED ausgemeindet werden, ist dann schon mehr als bemerkenswert.

 

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