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Ich habe heute mehrfach den Namen Ralph Hasenhüttl gehört (BVB)

Will Kane @, Saarbrücken, Dienstag, 08. Oktober 2019, 14:20 (vor 59 Tagen) @ Talentförderer

Wird wohl mehrere Gründe gehabt haben.


Über eins sind wir und doch im klaren oder? Mit diesem Schnellen Pressingfußball wie Leipzig anfangs oder wir, kann man schnelle Erfolge feiern. Spielst du dann irgendwann mal auf 3 Hochzeiten, musst du einfach zwangsläufig umstellen, weil das kräftemäßig nicht mehr machbar ist und die Spielweise nicht mehr gut funktioniert, wenn man in die Favoritenrolle rutscht.

https://www.zeit.de/2018/22/rb-leipzig-trainer-ralph-hasenhuettl-ralf-rangnick/seite-2

Jedes Stilmittel nutzt sich irgendwann ab, wenn es nicht modifiziert und um andere Elemente ergänzt wird.

In der ersten Meistersaison unter Klopp konnten wir damit durch die Liga pflügen. Natürlich haben wir auch die Gunst der Stunde genutzt, da die Bayern sich selbst zerfleischt haben. In der Saison danach hatten wir einen miserablen Start in der Liga mit 3 Niederlagen. Die Gründe hierfür waren nur bedingt darin zu suchen, dass Kagawa noch nicht wieder fit war nach seiner schweren Verletzung oder Sahin uns verlassen hatte und Gündogan große Anpassungsprobleme hatte. Es war vielmehr in der Tat so, dass wir mit dem bisherigen Spielstil nicht mehr weiterkamen, die Gegner hatten sich darauf eingestellt. Um das zu ändern, musste sich zwangsläufig der Spielstil ändern. Nicht komplett, aber auch nicht nur in homöopathischen Dosen. Und Klopp mit seinem Team (wobei ich mir nicht sicher bin, ob Klopp der Initiator war) fanden die richtigen Stellschrauben. Wesentlich dabei war, die Ballbesitzphasen zu optimieren. Am Ende spielten wir tatsächlich geduldiger, abwartender, die Pressingattacken besser vorbereitend. Und setzten unser Gegenpressing dosierter und gezielter ein. Kein Vergleich mehr mit dem ‚Pinball Wizard’-Stil der Vorsaison. Im Ergebnis verloren wir in der Liga kein Spiel mehr, auch weil wir kontrollierter spielten. Hilfreich war sicherlich, dass Bayern nach der Winterpause eine kürzere Schwächperiode hatte und wir in der Rückrunde nicht mehr in der CL vertreten waren.

Warum Klopp diesen Weg nicht weitergegangen ist, weiß ich nicht. Habe öfters darüber nachgedacht und dies auch hier thematisiert. Vielleicht war es die Verpflichtung von Reus, vielleicht die Fokussierung auf die CL, wo der ‚Rennball‘-Stil zwar auch etwas modifizierter, aber doch originärer als in der Saison 11/12 in der Liga praktiziert wurde und die Konkurrenz überraschte. In Liverpool ist er diesen Weg gegangen. Wenn man sich die Ballbesitzphasen der Reds heute anschaut, dann ähnelt das schon unserem Stil in der Saison 11/12. Auf einem höheren Niveau sicherlich, was auch den fußballerischen Fähigkeiten der Spieler geschuldet ist. Interessanterweise war dieses Thema auch einer der Streitpunkte zwischen Klopp und Buvac. Letzterer war unzufrieden damit, dass Klopp sich aus seiner Sicht nicht für die Vorbereitung von Spielen gegen ‚kleine Teams‘ interessieren würde und führte die seinerzeit öfters vorkommenden Punktverluste gegen solche Mannschaften darauf zurück, dass da keine weiterführende Idee entwickelt worden sei.

Eine ambitionierte Mannschaft muss mMn einen Spielmix beherrschen. Wie Klopp heute keinen reinen Pressing-/Gegenpressingdußball mehr spielen lässt, so lässt Guardiola auch kein reines Ballbesitz-/Positionsspiel mehr spielen. Sicherlich überwiegen diese jeweiligen Spiele bzw. bilden die Grundlage des jeweiligen Fußballs. Aber sie werden nicht nur phasenweise und situations- und gegnerabhängig modifiziert . Ergänzt und teilweise auch ersetzt.

Das für mich nach wie vor beste Beispiel für einen solchen ‚Spielmix‘-Fußball hat Heynckes mit den Bayern in deren Triplesaison geboten.

Hasenhüttl ist nach meinem Eindruck nicht mehr der reine ‚Flipperfußball‘-Trainer seiner ersten Zeit als Coach. Aber dennoch bin ich persönlich bei ihm skeptisch, ob er sich im ausreichendem Maße von seinem Grundansatz lösen kann.

 

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