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Kenia im Bund? (Politik)

Ulrich, Montag, 21.09.2026, 08:47 (vor 4 Stunden, 11 Minuten) @ Schoeneschooh

Ich glaube, dass die CDU, FDP (und Springer) uns allen mit der Verteufelung der Grünen in den letzten Jahren einen Bärendienst erwiesen haben. Eine Schwarz-Grüne Regierung als Ergebnis der Bundestagswahl 2025 hätte in meinen Augen besser funktioniert als die große Koalition, bei der es mittlerweile primär um die Schärfung von Parteiprofilen geht anstatt un Ergebnisse und Reformen für das Land. Aber diesen Weg hat die CDU sich und uns allen verbaut. Schade Schokolade!

Das sofort ins Auge stechende Problem dieser Bundesregierung ist Friedrich Merz. Der Mann hat eine unglaublich negative Ausstrahlung, er wird bis weit in die CDU hinein als von oben herab belehrend empfunden.

Aber die Probleme gehen tiefer. Die Frage ist doch, wieso konnte jemand wie Merz überhaupt so ein furioses Comeback starten? Das hat für mich damit zu tun, dass viele in der CDU mit der Gegenwart fremdeln. Man will zurück in eine Vergangenheit, die es so nie gegeben hat. Und man hat sich ein Bild der CDU von früher geschaffen, die es so ebenfalls nie gegeben hat. Man erinnert sich an Kohl und Dregger, Blüm und Geißler blendet man völlig aus. Diese seltsame Nostalgie, verbunden mit einem Rechtsruck, hat Friedrich Merz wieder nach oben gespült.

In der Vergangenheit hat es immer wieder schwarz-rote Koalitionen im Bund gegeben. Angefangen hat das in den Sechzigern, nachdem eine schwarz-gelbe Koalition zerbrochen war und die FDP die Bundesregierung verlassen hatte. Später gab es dann unter Merkel schwarz-rote Koalitionen.

Heute allerdings gibt es in der CDU eine selbstbewusste Minderheit, für die eine Zusammenarbeit mit der SPD unerträglich scheint. Die wollen "CDU pur" und sie glauben irrwitzigerweise, das würden sie in einer Minderheitsregierung bekommen, die sich fallweise auch auf die AfD stützen würde.

Die Grünen sind in Teilen der Union noch deutlich verhasster als die SPD, deshalb hätte Schwarz-Grün im Bund unter einem noch schlechteren Stern gestanden.

Seit einiger Zeit kursiert ein kurzer Clip aus dem Jahr 2017 durch die Medien, in dem Robin Alexander in einer Talkshow erzählt, es habe im Kanzleramt unter Angela Merkel eine Strategiesitzung gegeben, in der man beschlossen habe, die bereits damals existierende AfD einfach rechts liegen zu lassen und sich auf die politische Bekämpfung aller Parteien links von der Union zu konzentrieren, also der SPD, der Grünen und der Linken. Das dürfte der Anfang des Kurswechsels gewesen sein, den wir heute spüren.


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