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Brandmauer als taktischer AfD-Beschleuniger? (Politik)

Didi, Schweiz, Montag, 21.09.2026, 08:13 (vor 16 Stunden, 3 Minuten) @ Redaktion schwatzgelb.de

Irgendwann Anfang Mai waren wir auf einem Junggesellenabschied (so jung sind wir zwar eigentlich nicht mehr, aber das ist ein anderes Thema) und fuhren mit einem Floss über den Neckar in Stuttgart.

Ein Kerl namens Dieter begleitete uns von dieser Firma. Wahrscheinlich in Rente, stolzer Schwabe, entspannter Zeitgenosse. Mit Fussball konnte er nicht viel anfangen. Erklärte uns, er habe ein Fensterbau-Unternehmen gehabt und sei ein Leben lang selbständig gewesen. Etwas widerwillig hat er uns dann noch erklärt, er sei Grossvater, aber die Tochter sei mit einer Frau zusammen.

Ich habe ihm dann gesagt, sie hätten ja nun den Cem gewählt. Er liess mich dann wissen, das sei gar nicht sein Kollege. Er habe seine uralte Hütte energiesanieren müssen und politisch setze man nun trotzdem auf Gasheizungen. Das verstehe, wer wolle.

Ein Leben lang habe er die CDU gewählt. Die habe ihm Stabilität versprochen, nicht zu hohe Abgaben, nicht zu viel Bürokratie, genug Spielraum. Aber nun gehe das Land ja langsam vor die Hunde und sein Problem sei klar: "Wer die CDU (in BaWü) wählt, der wählt die Grünen." Und da er natürlich nicht die fiesen Grünen wolle, müsse er ja die AfD wählen.

Wie viele wie Dieter gibt es? Die sich irgendeine mitte-rechts Regierung wünschen und keine CDU, die sich an die SPD oder Grünen knüppelt wegen der Brandbauer, was dann defacto wieder zu einer Mitte-links Regierung führt, die aus Sicht von Dieter eben genau nicht das ist, was sie will? Und was würde passieren, wenn die AfD irgendwo als Junior-Partner der CDU Reformen mittragen muss, die dann für den AfD-wählenden Homer Simpson gar nicht so geil sind?

Das ist kein Plädoyer für eine Koalition mit der AfD, aber interessieren würde mich die Einschätzung hier schon.


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