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Nahezu jedes westliche Land hatte "seine Merkel" (Politik)

Lattenknaller, Madrid, Sonntag, 20.09.2026, 21:46 (vor 1 Tag, 3 Stunden, 51 Min.) @ FourrierTrans

Merkel ist Teil einer Generation, deren politische, gesellschaftliche und ökonomische Elite fundamentale Fehler gemacht haben, die so ohne Weiteres nicht mehr kurzfristig auszuräumen sind. Es kommt nicht von ungefähr, dass die KPCh panische Angst davor hat, dass die Aufstiegsstory der chinesischen Gesellschaft ins Stocken gerät. Nichts fürchtet Xi mehr, als eine unzufriedene Mitte. Sie ist immer der Anfang vom Ende eines politischen Systems. Nur ganz partiell setzt sich dieser Gedanke auch in westlichen Gesellschaften durch. Biden hat vor Corona mal Carlyle Hotel in Manhattan vor etwa 100 wohlhabenden Unterstützern gesagt, dass sich eine derartige Einkommensungleichheit, wie sie sich in den USA entwickelt hat, über kurz oder lang zu grundlegenden revolutionären Zuständen führen wird.
Es ist einfach absurd, dass, um mal auf das Beispiel Deutschland zurückzukommen, ein Akademiker-Pärchen in vielen Teilen Deutschlands genau kalkulieren muss, ob man sich ein Eigenheim leisten kann. Wo sogar beide alle Punkte der Checkliste abgearbeitet haben, die man den jüngeren Generationen als "der Weg zum sozialen Aufstieg" verkauft hat.

Also zuerst einmal bin ich schon der Ansicht, dass die Bürger*innen eines Gemeinwesens die Politik bekommt, die sie gewählt hat, dazu zählt auch die gesellschaftliche Mitte. Es ist ja nicht so, dass die Themen da einfach so aufgekommen sind, sondern die großen Makrothemen schon seit langem auf den Tisch liegen. Und es politisch andere Alternativen gab. Oder man diese sich hätte schaffen können. Aber gerade in Deutschland hat die gesellschaftliche Mitte eine Partei und eine Person gewählt, die für den Stillstand stand und steht. Und eine, die es als großartige soziale Errungenschaft ansieht, dass der Mindestlohn für 0,3 Cent steigt.
Also ein Teil selber schuld.

Ansonsten glaube ich, dass auch Akademikerpaare sich früher einen Hauskauf kalkulieren mussten.
Es ist heute nur so, dass der Kauf in gewissen Ballungsräumen einfach fast unmöglich ist.
Aber das ist Angebot und Nachfrage. Es will halt jeder da wohnen. Das ist auch so gewollt von den meisten Leuten, man könnte ja auch aus dem Wahlvolk mal nach mehr Infrastruktur für Mittelregionen und Home Office rufen oder dass man nicht alles in bereits überfüllte Ballungsräume verlagert. Tut man aber nicht.

Im Gegenteil, Ichhabe oft das Gefühl dass das Ansprechen gewisser Themen einfach auch nicht gewollt ist. Und die Politik irgendwas einfach lösen soll. Schwierig. Da ist oft ein "Wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass" bei vielen dabei.
Das heißt nicht, dass da viel falsch gemacht wurde und dass Politiker*innen den Auftrag haben, Dinge selber voranzutreiben und Lösungen anzubieten. Und dass da viel liegen geblieben und versäumt wurde.
Und dass es eine sehr unheilige Allianz zwischen einigen großen Parteien und Kapitalinteressen gibt, die dazu geführt haben, dass die Schere zwischen Normal und Reich immer größer geworden ist. Aber da wirst Du immer das "Das schafft ARBEITSPLÄTZE" hören.
Nun gut, da wir die Großthemen demographischer Wandel und Klimawandel nur so halb bis gar nicht gelöst haben, kommt nun die künstliche Intelligenz und wird kräftig im Arbeitsleben aufräumen. Aber Klingbeil wird das Thema sicher mit der Besteuerung von Produktionsgewinnen lösen. Da trifft es die richtigen. Mittelständler, die schlau KI nutzen zu bestrafen. Man könnte ja mal bei Amazon, Microsoft, Open Ai (ok, die armen Schlucker machen eh noch keinen Gewinn) oder Google nachschauen, aber ne, viel zu viel Arbeit.


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