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Nutzen einer Zuckersteuer (Politik)

markus, Mittwoch, 24.07.2024, 13:20 (vor 562 Tagen) @ Ulrich

Weiter unten hat ein User dankenswerterweise einen Beitrag verlinkt, geht da nur leider unter.

In der Tat bringt eine Zuckersteuer was. Der Artikel zeigt genau das mit mehreren Beispielen aus anderen Ländern auf. Aber aus meiner Sicht ist der Effekt verschwindend gering.

In Mexiko ist der Konsum von zuckerhaltigen Getränken um 4,2 Liter runtergegangen. Nicht pro Woche, auch nicht pro Monat, sondern pro Jahr. Das ist doch kein Gamechanger, oder? Das ist verschwindend gering.

Für Deutschland hat man folgende Simulation berechnet:

„Im Schnitt würde der Staat um rund 16 Milliarden Euro in den kommenden 20 Jahren entlastet, also etwa 800 Millionen Euro pro Jahr. Ein Fünftel davon entfiele aus das Gesundheitssystem. Andere Entlastungen gibt es etwa dadurch, dass Menschen ohne durch Übergewicht ausgelöste Krankheiten mehr arbeiten können. Zudem würden laut Studie in dieser Zeit rund 244.000 nicht oder erst deutlich später an Diabetes erkranken.“

Die Ersparnis pro Person (800 Millionen Euro geteilt durch 84 Millionen Menschen) beträgt dann pro Jahr 9,52 Euro. Ein Fünftel davon entfällt auf das Gesundheitssystem. Die AOK spart dann ganze 1,90 Euro je Kunde pro Jahr. Das ist doch eine Summe, die komplett irrelevant ist und in den Krankenkassenbeiträgen gar nicht auffallen würde. 244.000 weniger oder später ausgebrochene Diabetes sind auf ein Jahr runtergebrochen 12.200 Neuerkrankungen pro Jahr, bzw. rund 33 pro Tag. Man mag jeden einzelnen Fall für zu viel halten, aber gemessen an der Gesamtbevölkerung ist auch das eher gering. Da kenne ich aus der Coronazeit ganz andere Zahlen.

Ich sehe nicht, dass durch eine Zuckersteuer demnächst die Masse an Menschen mit Idealgewicht herumlaufen. In Mexiko ist die Zahl der Übergewichtigen sogar weiter gestiegen.Wenn man wirklich etwas bewirken möchte, müsste man wohl deutlich größere Schrauben drehen. Nicht nur Zucker ist ein Problem. Sondern auch fettreiche Produkte wie Pommes und Fleisch, Bier und auch die Masse an sich (Stichwort Kalorienüberschüss). Außerdem mangelnde Bewegung. Wenn wir jede Person zu drei Stunden Sport pro Woche verdonnern, auf dem Speiseplan hauptsächlich Gemüse steht und jeder streng Kalorien zählt, wird man das Problem wirklich in den Griff bekommen. Ansonsten eher nicht.


https://amp.focus.de/finanzen/steuern/weniger-uebergewicht-spart-geld-54-laender-haben-sie-schon-das-bringt-eine-zuckersteuer-auf-softdrinks_id_260059837.html


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