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Zusammenbruch der Spielstatik durch Wechsel (BVB)

Sascha, Dortmund, Sonntag, 28.04.2019, 10:19 (vor 2566 Tagen) @ Will Kane

- Blau begann tief gestaffelt, machte die Räume im Verteidigungsdrittel sehr eng und war dabei sehr gut organisiert und diszipliniert. Eigene Anstrengungen in Richtung BVB-Tor gab es nicht. Man hätte es zwar auch anders erwarten können, aber eine Überraschung war diese Spielausrichtung absolut nicht.

- Wir hatten erwartungsgemäß sehr viel Ballbesitz, ließen den Ball viel zirkulieren, fanden aber (auch dies keine Überraschung) zunächst keine Lücke. Bis zu dem Moment, in dem Sancho eine geniale Idee hatte, einen wunderbaren Lupfer aus dem Stand in den Strafraum spielte und Götze die Situation sofort erfasste und schnell schaltete. 1:0 und die Welt war noch in Ordnung.

Das ist aber auch so ziemlich Favres grundlegende Spielanlage. Nüchtern, sachlich und außerhalb des Sechszehners mit wenig Tempo (bei Spielgleichstand), um dann auf die eine Situation zu warten.

- Über den Elfmeter verliere ich nicht viel Worte. Er hätte mMn nie gegeben werden dürfen. Spielentscheidend war er mMn aber nicht. Der Ausgleich fiel früh, es gab noch genug Spielzeit.

Bei der Bewertung der Wichtigkeit darf man aber nicht unterschlagen, dass wir in der Rückrunde durch Gegentore immer wieder richtig hart angeknockt worden sind. Vielleicht sind die Auswirkungen des umgehenden Ausgleichs nur nicht so sichtbar geworden, weil die Blauen offensiv einfach abgrundtief schlecht sind. Klammer auf: Ja, ich weiß, dass die vier Tore geschossen haben. Aber nicht umsonst drei davon nach einem Elfer, einer Ecke und einem Freistoß. Klammer zu,

- Etwas anders sehe ich es mit dem Führungstor der Blauen. Wieder ein Standard, wieder nach einer Ecke, wieder von einem kopfballstarken Abwehrspieler erzielt, der mit Anlauf und Wucht zum Kopfball geht und auch an den Ball kommt. Wie schon in so einigen Spielen bringt uns diese leider typische Defensivstandardschwäche in die Bredouille und wie im Spiel gegen Bayern auf die Verliererstraße. Hier sehe ich das Trainerteam, aber auch die Mannschaft in der Verantwortung. Entweder die Defensivformation bei Ecken ist grundsätzlich falsch oder die Mannschaft setzt die Vorgaben nicht richtig um. Wie auch immer; eine eklatante Schwäche, die uns weh tut. Aber es war immer noch sehr früh im Spiel und noch alles möglich. Blau fand offensiv nach wie vor nicht statt, auch wenn wir vorübergehend unseren spielerischen Faden verloren haben.

Ich habs schon an anderer Stelle gesagt, ich verstehe die grundlegende Konzeption nicht. Man will ja im Raum verteidigen. Aber welche Räume sollen bitte Guerreiro und die restliche 1,70-Meter-Fraktion abdecken? Die können doch niemals eine sinnvolle Funktion vor dem Tor erfüllen. Warum stehen die dann nicht wieder ganz oldschool am Pfosten? Und Bürki darf da zwar gerne meckern über immer wiederkehrende Probleme - oder die Zeit lieber ins trainieren von Strafraumbeherrschung investieren. So gut seine Saison ist, sein Verhalten bei Eckbällen ist einfach völlig unzulänglich. Einfach auf der Linie stehen bleiben und passiv abwarten, was da so auf ihn zukommen mag, ist einfach zu wenig. Wir haben ein paar Gegentore reinbekommen, bei denen andere Keeper die Situation einfach am Fünfer weggeräumt hätten.

- Und das war für mich persönlich der entscheidende Punkt. Wie befürchtet, hat Blau uns mit zunehmender Dauer allmählich ihr Spiel aufgezwungen. In vielen Spielen in dieser Saison sind wir in Rückstand geraten und haben unser Spiel geduldig weitergespielt, bis sich dann doch noch die entscheidenden Chancen ergaben. Auch waren unsere Auswechselungen in diesem Zusammenhang oft genau richtig. Nur heute nicht. Die Blauen spielten in einigen Szenen überhart. Es gab diverse gelbe Karten gegen sie; es war klar, dass es bei weiteren Fouls irgendwann gelb-rot oder gar rot geben würde. Die gab es dann auch, nur anders als viele dachten.

Jap. Endgültig verloren haben wir das Derby, als wir in Derbyhektik eingestiegen sind.


- Blaue Spielweise angenommen und sofort dafür bestraft worden. Dass dann erneut ein blauer Standard zu deren drittem Tor führte, war das Tüpfelchen auf dem i. Wie das mit der Mauer war, weiß ich jetzt nicht mehr. Gut geschossen war der Freistoß leider. Dass Wolf dann wieder beim Hinterherlaufen erneut à la Blau spielte und zurecht Rot sah, war irgendwie folgerichtig. Die Gelsenkirchener säen mit Gelb und wir ernten mit Rot. Kurioserweise fanden wir dann mit neun Mann zu unserer spielerischen Linie zurück und erzielten sogar noch den schön herausgespielten Anschlusstreffer. Dass es nur noch ein Gegentor gab (ausnahmsweise aus dem Spiel heraus) spricht eher für die spielerische Schwäche unseres heutigen Gegners. Umso bedauerlicher, dass wir im Verlauf des Spiels unsere Geduld verloren haben und uns auf deren Spiel eingelassen haben. Auch bedingt durch einen mMn falschen Wechsel. Aber wen hätte Favre im zentralen Mittelfeld bringen können? Dahoud? Uns fehlen hier auch die personellen Alternativen, und das wurde heute nicht zum ersten Male deutlich.

Uns fehlt definitiv ein guter Achter. Gegen Abstiegskandidaten, wo wir das Spiel machen müssen und mit Ballbesitz von 60 - 70 % rechnen können, haben wir ein Ungleichgewicht in diesem Mannschaftsbereich. Zuviel Kompaktheit und zu wenig Spieleröffnung. Da fehlt jemand eine Art klassischer Spielmacher.


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