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Zusammenbruch der Spielstatik durch Wechsel (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Sonntag, 28.04.2019, 00:44 (vor 2566 Tagen) @ Redaktion schwatzgelb.de

Wahrscheinlich ist schon alles zum Spiel hier gesagt worden, nur noch nicht von allen. ;-) Daher nehme ich mir die Freiheit und gebe meine Gedanken hier auch zum besten. Ich muss dazu sagen, dass ich quasi mit dem Schlusspfiff nichts mehr zu diesem Spiel gesehen, gehört oder gelesen habe. Auch nicht, was hier bereits gepostet wurde. Wenn ich also Dinge wiederhole oder mir eventuell entscheidende Informationen fehlen sollten, dann ist dies darauf zurückzuführen. Der Fernseher wurde direkt nach Spielende ausgestellt, und auch mit meinen Mitsehern habe ich mich kaum ausgetauscht.

Nachdem ich mich nun ein wenig Abstand zu diesem Spiel gewonnen habe, haben sich folgende Überlegungen bei mir festgesetzt:

- Blau begann tief gestaffelt, machte die Räume im Verteidigungsdrittel sehr eng und war dabei sehr gut organisiert und diszipliniert. Eigene Anstrengungen in Richtung BVB-Tor gab es nicht. Man hätte es zwar auch anders erwarten können, aber eine Überraschung war diese Spielausrichtung absolut nicht.

- Wir hatten erwartungsgemäß sehr viel Ballbesitz, ließen den Ball viel zirkulieren, fanden aber (auch dies keine Überraschung) zunächst keine Lücke. Bis zu dem Moment, in dem Sancho eine geniale Idee hatte, einen wunderbaren Lupfer aus dem Stand in den Strafraum spielte und Götze die Situation sofort erfasste und schnell schaltete. 1:0 und die Welt war noch in Ordnung.

- Über den Elfmeter verliere ich nicht viel Worte. Er hätte mMn nie gegeben werden dürfen. Spielentscheidend war er mMn aber nicht. Der Ausgleich fiel früh, es gab noch genug Spielzeit.

- Etwas anders sehe ich es mit dem Führungstor der Blauen. Wieder ein Standard, wieder nach einer Ecke, wieder von einem kopfballstarken Abwehrspieler erzielt, der mit Anlauf und Wucht zum Kopfball geht und auch an den Ball kommt. Wie schon in so einigen Spielen bringt uns diese leider typische Defensivstandardschwäche in die Bredouille und wie im Spiel gegen Bayern auf die Verliererstraße. Hier sehe ich das Trainerteam, aber auch die Mannschaft in der Verantwortung. Entweder die Defensivformation bei Ecken ist grundsätzlich falsch oder die Mannschaft setzt die Vorgaben nicht richtig um. Wie auch immer; eine eklatante Schwäche, die uns weh tut. Aber es war immer noch sehr früh im Spiel und noch alles möglich. Blau fand offensiv nach wie vor nicht statt, auch wenn wir vorübergehend unseren spielerischen Faden verloren haben.

- Und das war für mich persönlich der entscheidende Punkt. Wie befürchtet, hat Blau uns mit zunehmender Dauer allmählich ihr Spiel aufgezwungen. In vielen Spielen in dieser Saison sind wir in Rückstand geraten und haben unser Spiel geduldig weitergespielt, bis sich dann doch noch die entscheidenden Chancen ergaben. Auch waren unsere Auswechselungen in diesem Zusammenhang oft genau richtig. Nur heute nicht. Die Blauen spielten in einigen Szenen überhart. Es gab diverse gelbe Karten gegen sie; es war klar, dass es bei weiteren Fouls irgendwann gelb-rot oder gar rot geben würde. Die gab es dann auch, nur anders als viele dachten.

- Die Hereinnahme Pacos war mMn durchaus richtig. Und gleichzeitig war die Herausnahme Delaneys mMn falsch. Mit ihr brach unsere gesamte Spielstatik zusammen. Delaney war sicherlich in diesem Match für das Spiel nach vorne kein Gewinn. Ein Manko, das nicht zum ersten Male zu Buche schlägt in dieser Saison gegen tief gestaffelte Gegner. Aber er besetzte die zentralen Räume und lief mögliche Löcher gleich zu. Aber wie war unser zentrales Mittelfeld direkt nach seiner Herausnahme organisiert? Zu erkennen war da nicht so viel außer einem plötzlich sich auftuenden Loch. Und genau diesen freien Raum bespielte plötzlich Blau. Und unsere Spieler liefen plötzlich hinterher und Reus spielte in einer solchen Situation à la Blau und heraus kam ein dummes und unnötiges Foul (seitlich versetzt von hinten) vor den Augen des Schiris und der gab das in der Luft liegende Rot. Dummerweise gegen uns.

- Blaue Spielweise angenommen und sofort dafür bestraft worden. Dass dann erneut ein blauer Standard zu deren drittem Tor führte, war das Tüpfelchen auf dem i. Wie das mit der Mauer war, weiß ich jetzt nicht mehr. Gut geschossen war der Freistoß leider. Dass Wolf dann wieder beim Hinterherlaufen erneut à la Blau spielte und zurecht Rot sah, war irgendwie folgerichtig. Die Gelsenkirchener säen mit Gelb und wir ernten mit Rot. Kurioserweise fanden wir dann mit neun Mann zu unserer spielerischen Linie zurück und erzielten sogar noch den schön herausgespielten Anschlusstreffer. Dass es nur noch ein Gegentor gab (ausnahmsweise aus dem Spiel heraus) spricht eher für die spielerische Schwäche unseres heutigen Gegners. Umso bedauerlicher, dass wir im Verlauf des Spiels unsere Geduld verloren haben und uns auf deren Spiel eingelassen haben. Auch bedingt durch einen mMn falschen Wechsel. Aber wen hätte Favre im zentralen Mittelfeld bringen können? Dahoud? Uns fehlen hier auch die personellen Alternativen, und das wurde heute nicht zum ersten Male deutlich.


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