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Erfahrungen von Leihmüttern und betroffenen Kindern (Politik)

CF, Dienstag, 21.07.2026, 18:12 (vor 8 Stunden, 22 Minuten) @ Trainer09

Ich sage mittlerweile ganz deutlich, dass ich das Thema ächte. Ich kannte das Thema vorher nicht wirklich. Jetzt, nachdem ich mich etwas eingelesen habe, bin ich jedoch ziemlich schockiert, um was es sich tatsächlich handelt. Bei der altruistischen Leihmutterschaft kann ich noch mitgehen, aber spätestens bei der kommzerziellen Leihmutterschaft ist die Grenze zum Menschenhandel für mich überschritten. Laut Definition der EU muss noch "Ausbeutung" ein Kritierum sein, aber 1.) ist das in der Praxis ohnehin fast immer gegeben und 2.) ist das Verfahren "Zahlung gegen Kind" auch so schon pervers genug. Da interessiert es mich auch nicht mehr, ob schwule (oder andere) Paare einen erfüllten Kinderwunsch haben. Für diese Ansicht kann man mich gerne steinigen, ich stehe aber dazu. Ich bin wahrlich kein konservativer Christ oder so. Ansonsten vertrete ich auch sehr liberale Ansichten - von Drogen bis Prostitution. Doch hier wird meiner Meinung nach einfach eine Grenze überschritten, die man nicht überschreiten sollte.


Also du bist der Meinung, dass die Schaffung der Möglichkeit von Leihmutterschaften in allen erdenklichen gesetzlichen Rahmenbedingungen geächtet gehört?


Ich für meinen Teil vertraue nicht auf die Fähigkeit der Politiker, diese Gesetze und Rahmenbedingungen zu schaffen und umzusetzen, die man theoretisch konstruieren würde. Wie in so vielen anderen Bereichen auch. Wenn die Umgehung von Gesetzen nur materiellen Schaden nach sich zieht, ist das eine Sache. Und machen wir uns nichts vor: nahezu jedes Gesetz kann mit den entsprechenden Mitteln (Geld) umgangen werden. Wenn aber Menschen - hier konkret Leihmütter - zu den Leidtragenden gehören, ist es eine andere Sache. Da ist dann auch für mich die Grenze überschritten.


Die Antwort verstehe ich nicht. Willst Du damit aussagen, dass Leihmutterschaften unter allen Umständen zu verhindern sind und auch Umgehungsversuche wie die von Spahn verboten werden müssen?


Tendenziell ja. Einzig mit der Bedingung, dass eine Leihmutter keinen materiellen Gewinn daraus ziehen könnte, könnte ich mich anfreunden.


Du gehst hier pauschal davon aus, dass Frauen immer nur primär einen Beweggrund haben. Warum genügt keine umfassende Prüfung, dass Frauen in Betracht gezogen werden, die dies eben nicht aus einer finanziellen Notsituation heraus machen? Umfassende psychologische Vorgespräche etc.


Und genau auf diese Prüfung vertraue ich nicht. Und als so gewichtig, dass Menschen ihre eigenen Gene unbedingt auf diese Weise weitergeben müssen, erachte ich persönlich das Thema für die Gesellschaft einfach nicht, um dort wie viele Ressourcen auch immer zu investieren. Es gibt Samenspende, Eizellenspende, Adoption, daneben Pflegeelternschaft. Das sind viel gute Möglichkeiten, seinem Wunsch nach Elternschaft nachkommen zu können. Man kann und muss es aus meiner Sicht nicht jedem einzelnen Wunsch Recht machen.


Eizellenspende gibt es nicht, die ist hier verboten. Du siehst das als ausreichend an. Das heißt noch nicht, dass es für andere, die das anders sehen, unter gewissen Rahmenbedingungen nicht möglich sein sollte.

Da wären wir wieder beim gesellschaftlichen Diskurs. Andere mögen das anders sehen. Jeder hat seine Meinung, aber nicht jeder wird all seine Interessen durchsetzen können. Hier eben auch nicht. Nun backe man sich also seine Gesetze aus knapp 80 Mio. Ansichten in Deutschland.


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