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Der Fall Spahn - oder wenn das eigene Lebensmodell an der Gruppenmoral scheitert (Politik)

Habakuk, OWL, Samstag, 18.07.2026, 17:41 (vor 3 Tagen) @ Klopfer

Danke erstmal für die tolle Einleitung zu dem Thema.

Ich sehe Jens Spahn ebenfalls sehr kritisch und glaube, dass er als Fraktionsvorsitzender der größten Regierungspartei einen nicht unwesentlichen Faktor für den Sand im politischen Getriebe darstellt. Um ehrlich zu sein, bin ich froh dass er aus dieser bedeutenden Position weg ist. Natürlich weiß man nicht, wer kommt, aber die Union sollte die Möglichkeit nutzen, an dieser Stelle eine Person zu installieren, der man grundsätzlich mehr Vertrauen entgegenbringen kann. Das täte der Regierung und der allgemeinen Stimmung im Land sicher gut.

Zum Thema Leihmutterschaft habe ich eine klare Meinung: Nicht alles, was heute biologisch* möglich ist, sollte auch gemacht werden. (*Ich schreibe bewusst nicht "medizinisch", weil sich Medizin mit der Vorbeugung und Behandlung von Krankheite beschäftigt, was hier ja nicht vorliegt.) Aus der Sicht der Leihmutter halte ich das Verfahren für sehr problematisch. Sie setzt sich dem gesundheitlichen Risiko der Schwangerschaft aus, und dieses ist nicht nur körperlich zu sehen. Dazu kommen womöglich auch psychische Beeinträchtigungen des Kindes im späteren Leben.

Natürlich ist es tragisch, dass seine privaten Wünsche sich als unvereinbar mit seiner beruflichen Karriere erwiesen haben. Aber das trifft auch für unzählige andere Menschen zu, die in exponierter Position stehen und sich in der Gesellschaft nicht alles erlauben können, was sie vielleicht gerne möchten. Und noch mehr Menschen können sich ihre persönlichen Wünsche nicht erfüllen, weil die berufliche Situation ihnen gar nicht die finanziellen Mittel zur Erfüllung der Wünsche ermöglicht.

Am meisten wundert mich jedoch, dass Jens Spahn sich darüber wundert, dass seine Geschichte zu so viel Aufmerksamkeit und Kritik führt. Und an dieser Stelle frage ich mich, wie abgehoben man sein muss, um so etwas nicht zu erkennen. Das bestätigt dann allerdings das ungute Bild, das ich in der Vergangenheit von ihm bekommen habe. Bei vielen anderen hätte ich vielleicht etwas mehr Empathie empfinden können, aber bei Jens Spahn fällt mir das schwer. So bleibt wohl nur die Erkenntnis, dass dort, wo gehobelt wird, ab und zu auch mal ein Spahn fällt.


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