schwatzgelb.de das Fanzine rund um Borussia Dortmund
A- A+
schwatzgelb.de das Fanzine rund um Borussia Dortmund
Startseite | FAQ | schwatzgelb.de unterstützen
Login | Registrieren

Krisenmanagement der Union (Politik)

Habakuk, OWL, Sonntag, 19.07.2026, 09:04 (vor 1 Tag, 2 Stunden, 13 Min.) @ Ulrich

Tschuldigung, aber im Fall Spahn wurde wirklich keine Sau durchs Dorf getrieben. Die erste Meldung dazu habe ich am Donnerstagnachmittag gehört, schon am Freitag gab es einen außergewöhnlich breiten Konsens, dass Spahn in seiner Position nicht haltbar ist, heute morgen kam der folgerichtige Rücktritt. Da hat jemand (nicht zum ersten Mal) ziemlichen Mist gebaut und durfte nun zügig seinen Hut nehmen.


Ja, das ging sehr schnell und überraschend sachlich.

Außergewöhnlich war auch, dass niemand aus der CDU Position für Jens Spahn bezogen hat. Entweder hat man ihn kritisiert, oder man hat geschwiegen. Aus anderen Parteien kam eher wenig bis gar nichts. Da herrschte wohl vielfach der Gedanke vor "Das muss die CDU selbst regeln!". Und auch in den Medien sind mir kaum unangemessene Artikel aufgefallen. Interessant war wohl, dass die Bild, die zuerst über den Nachwuchs im Haus Spahn berichtet hat, anscheinend recht massiv Spahns Rücktritt forderte, im Detail habe ich das nicht verfolgt. Andererseits konnte Jens Spahn aber im Podcast von Paul Ronzheimer ausführlich seine Position darstellen.

Entscheidend für den Rücktritt dürfte die Position von Friedrich Merz gewesen sein. Der hatte wohl erkannt, dass Jens Spahn nicht zu halten war, sich öffentlich nicht vor seinen Fraktionsvorsitzenden gestellt und ihm intern den Rückzug vom Amt nahegelegt.

Es war aber auch schon augenfällig, wie wenig Zeit man mit den sonst üblichen Worten der Anerkennung und des Respekts dem scheidenden Amtsträger gegenüber verschwendete. Mag sein, dass ich das überbewerte, aber besonders beliebt scheint Spahn in der eigenen Fraktion, die er anführte, nicht gewesen zu sein. Unabhängig davon finde ich es (bis jetzt) anerkennenswert, wie die CDU mit dieser kritischen Situation umgeht. Das ist natürlich dem großen Druck geschuldet, unter dem die gesamte Partei steht, allen voran natürlich vor allem Friedrich Merz. Sollte es der Union gelingen, in den nächsten Tagen ohne großes Gepolter einen neuen Fraktionschef zu präsentieren, dann wäre das durchaus bemerkenswert. Intensive parteiinterne Gespräche über eine Nachfolge dürften schon seit Samstagmorgen laufen. Eigentlich bräuchte die Union jetzt einen charismatischen Politiker, der nicht nur die Stimmen in der Fraktion, sondern auch Sympathien in der Bevölkerung besitzt, aber so einer ist weit und breit nicht in Sicht. Die schlechteste Lösung aus der Liste der gehandelten Kandidaten wäre vermutlich Carten Linnemann. Ich glaube, dass Merz selbst Thorsten Frei favorisieren würde, auch wenn er dann einen neuen Kanzleramtsminister bräuchte. Schaun wir mal.


Antworten auf diesen Eintrag:



gesamter Thread:


1597795 Einträge in 17106 Threads, 14397 registrierte Benutzer Forumszeit: 20.07.2026, 11:18
RSS Einträge  RSS Threads | Kontakt | Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung | Forumsregeln