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Der Fall Spahn - oder wenn das eigene Lebensmodell an der Gruppenmoral scheitert (Politik)

ooohflupptnicht, Rüttenscheid - Gute Zeit, Samstag, 18.07.2026, 17:44 (vor 3 Tagen) @ Klopfer

Auch wenn ich Jens Spahn als Politiker überhaupt nicht mag, hat mich doch seine Geschichte sehr nachdenklich gemacht, wenn nicht sogar gerührt.

Ich hatte ehrlich gesagt "Angst", dass er es einfach maskenmäßig aussitzt. Jetzt habe ich "Angst", dass er es zu einem späteren Zeitpunkt rührselig ausnutzt ubd billige Sympathiepunkte macht.

Ich versuche mir seine Situation im letzten Wahlkampf vorzustellen, als er sich ganz offen (natürlich im Sinne der Partei) gegen Leihmutterschaften ausgesprochen hat.
Zu diesem Zeitpunkt muss das Thema in seinem Privatleben bereits eine sehr große Rolle gespielt haben und trotzdem musste er als Frontmann der CDU im Wahlkampf das genaue Gegenteil von dem vertreten, was er eigentlich fühlt.

Das ist vermutlich seine Argumentation. Ich nehme sie ihm nicht ab.

Natürlich fällt hier schnell der Begriff Doppelmoral oder Scheinheiligkeit, gerade bei den politischen Gegnern, die es natürlich auch in der eigenen Partei gibt, aber ist es das wirklich ?

So schätze ich persönlich ihn ein. Ferndiagnose, da ich ihn wie 99,9% aller Politiker nicht persönlich kenne.


Ich denke, es ist in Wirklichkeit ein ziemlich grausamer Konflikt, wenn einerseits die eigene Karriere von einer Gruppenzugehörigkeit abhängt, die einen Moralcodex festschreibt, andererseits das Privatleben und private Glück, genau davon abhängt, diesen Codex abzulehnen.

Diesen Konflikt bewerte ich ebenso wie Du. Ich bezweifle aber, dass Jens Spahn ihm ausgesetzt war.

Dabei war es sicher nicht seine Idee, diese Ablehnung zum Parteiprogramm zu machen, es musste es "nur" vertreten.

Daa kann ich nicht beurteilen. Gibt aber reichlich Berichte, wonach er bereits in der Vergangenheit als auch jetzt als Fraktionschef politische Vorgaben in seiner Partei vorangetrieben hat, due nicht nur auf Gegenliebe stießen, also eher Akteur.


Sicher ist Jens Spahn nicht der Einzige, der mit diesem Konflikt leben muss. Wie ich schon schrieb, gibt es diese Konflikte überall. Für Spahn ist es allerdings besonders gravierend, da er nicht nur eine herausragende Position in der Partei inne hatte, sondern auch noch gleichzeitig sein Lebensmodell veröffentlichen musste, das von der Mehrheit in Lande grundweg abgelehnt wird.

Wird es das? Homosexualität ist doch nicht mehr wirklich ein Problem ("und das ist gut so").


Dabei hat er ja mit den Handlungen seinem Privatleben niemandem geschadet und gegen keine Gesetze verstoßen.

Ich habe ehrlich gesagt keine Meinung zu Leihmutterschaft (nicht mit beschäftigt). Amerikanische Gesetze hat er nicht gebrochen, deutsche wohl nur umgangen. Warum ist die Leihmutterschaft in Deutschland u.a. wegen ihm verboten, wenn sie niemandem schadet?

Aus liberaler Sicht steht niemandem eine moralische Verurteilung seines Handelens zu.

Sehe ich anders. Für sein Privatleben auadrücklich nicht, da soll er machen, was ihn glücklich macht. Für sein politisches Handeln habe ich aich in dieser speziellen Frage nur Verachtung für ihn übrig. So offensichtlich 'Wasser predigen und Wein trinken' nutzt nur der AfD, von der er sich mMn irgendwann zum Kanzler wählen lassen wird...trotz dann noch heftigerer angeblicher innerer Konflikte.

Aber vielleicht tue ich ihm Unrecht. Kenne ihn ja wie gesagt nicht.

SGG
Klopfer

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