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Inhaltlicher Diskurs (Politik)

Kruemelmonster09, Montag, 20.07.2026, 23:59 (vor 12 Stunden, 15 Minuten) @ Schoeneschooh
bearbeitet von Kruemelmonster09, Dienstag, 21.07.2026, 00:06

Ich gebe dir Recht, man sollte sich mehr mit dem Kern der Debatte auseinandersetzen.

Und dennoch muss ich sagen, tut mir das ziemlich weh, um was sich die Debatte immer nur dreht.
Ich mach kein Hehl daraus und habe es hier ja auch schon öfter geschrieben:
Wir haben ein Pflegekind.

Dieses Pflegekind ist bei uns Einzelkind.
In der Ursprungsfamilie hat unser Kind zwei Halbgeschwister und zwei "vollwertige Geschwister". Aktuell lebt noch ein Kind in der Ursprungsfamilie.

Wir haben nicht vor ein weiteres Kind zu bekommen. Genetisch könnten wir (vermutlich). Wir haben aber entschieden das ein Kind reicht.
Und wir haben uns entschieden, dass auch ein nicht leibliches Kind ein "vollwertiges Kind" sein kann.

Ja... Unser Kind sieht mir durchaus ähnlich, meiner Frau aber gar nicht. Und ja... Es gab durchaus schon Nachbarn die (als das Kind zu uns kam) darüber getuschelt haben, ob es vielleicht ein Kind aus einem Fehltritt meinerseits war.
Aber wisst ihr was? Scheiß drauf. Alle die den Hintergrund bislang noch nicht mitbekommen haben, haben selbst Pech.

Und ja, das Kind sieht meiner Frau nicht ähnlich, aber es ist absolut meine Frau.
Das Kind bewegt sich wie sie, fängt an zu diskutieren wie sie, meckert mit mir genauso wie sie.

Dieses Kind ist unser Kind.

Ja, es gibt da den gesetzlichen Vormund der uns einmal im Monat besucht. Ja wir müssen ein bis zwei Mal im Jahr zum HPG aber scheiß drauf.
Das ist halt inzwischen so natürlich wie ein Zahnarzt Besuch.

Freunde von uns haben ein natürliches Kind, ein Adoptivkind, zwei Pflegekinder.
Andere Bekannte von uns haben ein Kind aus Afrika adoptiert.
Ein befreundetes schwules Pärchen hat ebenfalls ein Pflegekind.

Ich fände es schön wenn wir in dem ganzen Zuge mal mehr darüber reden würden, ob es nicht unnormal ist, dass wir immer unbedingt unsere Gene weitergeben wollen, oder ob es nicht auch anders geht?
Evolutionär mag das alles verständlich sein, aber wir versuchen doch sonst auch uns mit Kultur von den reinen evolutionären Trieben zu trennen.

Ich fände es schön, wenn wir auch mal darüber reden könnten, dass Familie nicht nur gleiches Blut bedeutet.


Edit:
Bitte nicht falsch verstehen. Jeder der ein Kind bekommen kann und will, soll es bekommen - sofern er dem Kind eine schöne Kindheit ermöglichen kann.

Ich finde es nur so schlimm in unserer Gesellschaft, dass Adoption, oder Pflege noch immer (und es wird wohl auch nie anders sein) einfach nur eine Elternschaft zweiter Klasse ist. Oftmals die absolute Notlösung.


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