schwatzgelb.de das Fanzine rund um Borussia Dortmund
A- A+
schwatzgelb.de das Fanzine rund um Borussia Dortmund
Startseite | FAQ | schwatzgelb.de unterstützen
Login | Registrieren

Inhaltlicher Diskurs (Politik)

stfn84, Köln, Dienstag, 21.07.2026, 12:06 (vor 14 Stunden, 12 Minuten) @ Kruemelmonster09

Es ist sicherlich notwendig die Diskussionen zu trennen. Aus meiner Warte heraus gibt es hier so viele Stränge und Themenfelder, in einem hochemotionalen Kontext.

Meines Erachtens muss unverrückbar feststehen, dass es keine "Rangordnung" von Elternschaft geben kann oder sollte. Es ist kein Makel ein Kind aus Adoption oder zur Pflege zu haben und dieses zu erziehen, sondern eher von höherem gesellschaftlichem Wert da man einem unschuldigen Individuum die Chance gibt bei Eltern aufzuwachsen die einem mit Liebe begegnen. Auch "reproduktionsfähige Erwachsene" können sich für diesen Weg entscheiden, weil die Entscheidung für ("eigene") Kinder eben eine sehr individuelle ist. Aus Eurer Sicht kann ich mir vorstellen, dass es aber eben oftmals so ankommt als wäret ihr bzw. euer Lebensmodel mit Makeln behaftet. Wer sich hiermit aber eben intensiver als auf Schlagwortebene auseinandersetzt sollte schnell feststellen, dass das ziemlicher Unfug ist der zudem verletzend aufgefasst werden kann.
Das sollte entsprechend vermieden werden, wenngleich es auf die Frage nach Leihmutterschaft ggf. keinen Einfluss haben sollte.

Aktuell ist es in Deutschland untersagt Leihmütter zu vermitteln oder Embryonen zum Zwecke einer Leihmutterschaft einzusetzen. Über die Sinnhaftigkeit darf man gerne diskutieren, auch wenn ich es persönlich als durchaus nachvollziehbar erachte dies so zu handhaben. Ich würde grundsätzlich davon ausgehen, dass eine Leihmutterschaft in der Mehrzahl der Fälle aus der wirtschaftlichen Notwendigkeit der Leihmutter resultiert. Wenn Leben zu einer Dienstleistung wird, gibt es aber neben der rechtlichen immer auch eine moralische Komponente.

Wenn sich der Fraktionsvorsitzende einer demokratischen Partei dazu entschließt etwas im Ausland zu tun was hier in Deutschland (auch aufgrund "eigenen" Zutuns, zumindest der Partei für die er arbeitet und die er gewollt in exponierter Stellung vertritt) untersagt ist, halte ich Konsequenzen für notwendig und richtig, auch wenn ich den individuellen Kinderwunsch des Paares durchaus nachvollziehen kann. Gerade eben weil es andere "Möglichkeiten" gibt Kinder zu "bekommen", halte ich das Vorgehen von Spahn aber für unangemessen.

Zudem darf man durchaus darüber philosophieren, inwieweit ein Kinderwunsch legitim ist und wer das überhaupt prüfen könnte. Das ist aber eben immer vom persönlichen Wertekosmos geprägt. Jeder kann sich ein Kind wünschen und oftmals sogar bekommen, unabhängig davon ob er dazu "geeignet" ist. Es gibt zigtausende von Einzelfällen, bei denen es furchtbare Ausprägungen von "natürlichen Eltern" gibt die ihre Kinder vernachlässigen, während es selbstredend auch zigtausende homosexuelle Paare gibt die ihre Kinder bestens erziehen und ihnen - subjektiv empfunden - "richtige" Werte mitgeben. Andererseits gibt es in der Natur eben auch Restriktionen.
Frauen mit 60 können kein Kind mehr auf natürlichem Wege bekommen, während Vati natürlich auch noch mit 85 aktiv sein kann. Ob es aber für Kinder besonders zielführend ist, wenn man in welchem System (Leihmutterschaft, Reproduktionsmedizin, Adoption, Pflege) sechzigjährigen Kinder überlässt, sollte zumindest auch in einer vollumfänglichen gesellschaftlichen Debatte angesprochen werden (dürfen). Analog dazu eben inwieweit homosexuellen Paaren Möglichkeiten gegeben werden sollen "eigene" Kinder zu bekommen.


Antworten auf diesen Eintrag:



gesamter Thread:


1598375 Einträge in 17108 Threads, 14397 registrierte Benutzer Forumszeit: 22.07.2026, 02:18
RSS Einträge  RSS Threads | Kontakt | Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung | Forumsregeln