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AstraZeneca-Impfstoff / Saarland (BVB)

Will Kane @, Saarbrücken, Montag, 22. Februar 2021, 21:34 (vor 12 Tagen) @ Kris

Wurde jemand von euch schon mit Astrazeneca geimpft bzw hat Erfahrungen gemacht? Ist momentan ja eine große Diskussion, evtl. auch die Priorisierung zu ändern. Würdet ihr euch impfen lassen?


Ich würde mich zzt. nicht damit impfen lassen. Nicht wegen der Nebenwirkungen, die würde ich für einen guten Impfschutz gerne hinnehmen. In wenigen Kilometern Entfernung zu meinem Wohnort grassieren Südafrika und Brasilien.
SR: Ausbreitung der Mutanten im Dep. Moselle
Im französischen Nachbar-Département des Saarlandes, Moselle, breiten sich derzeit vor allem die Mutanten aus Südafrika und Brasilien aus. Wie die regionale Gesundheitsbehörde ARS am Freitag mitteilte, wurde deren Anteil an allen neuen Coronainfektionen in der Zeit vom 9. bis 15. Februar auf fast 45 Prozent geschätzt. Auch die britische Variante ist demnach mit 21 Prozent bereits weit verbreitet.

Über die Wirkung von Astra gibt es keine Daten, die einen irgendwie gearteten Impfschutz dazu wiedergeben. Habe gestern beim Paul-Ehrlich-Institut geschaut, auch dort bezieht man sich bei den Empfehlungen auf den Wildtyp, der hierzulande bald Geschichte sein wird.
Paul-Ehrlich-Instutut über Wirksamkeit von AZ
In Abhängigkeit von Impfdosis und Abstand der zwei Impfdosen wurden in weiteren Auswertungen auch höhere Wirksamkeitswerte beschrieben, u.a. beschreiben die STIKO und die britische Arzneimittelagentur MHRA eine Wirksamkeit von 70 %. Diese Angaben zur Wirksamkeit beziehen sich auf das ursprünglich zirkulierende SARS-Coronavirus-2 (CoV-2).

Ich vermisse eine öffentliche Aufklärung auf einer behördlichen Seite über die Wirksamkeit gegenüber verschiedenen Mutationen des Virus, schriftlich und nachlesbar auf offiziellen Seiten, nicht auf Twitter, Zeitung, Fußball-Forum. Was nützt mir diese Impfung, wenn sie in wenigen Wochen nicht mehr greift?

Meine Frau (59) und eine sehr gute Freundin (58) haben heute beide ihre Impftermine bekommen (Anfang März der erste, Anfang Mai der zweite). Aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit gelten sie als gefährdet. Mit dem Termin wurde auch der Impfstoff bekanntgegeben; es ist der von AstraZeneca. Die unter 65jährigen werden im Saarland momentan ausschließlich damit geimpft, um die aktuell vorhandenen Impfstoffdosen von BionTech/Pfizer und Moderna für die älteren Bevölkerungsgruppen zur Verfügung zu haben, die auch als am gefährdetsten gelten.

Beide sind sehr froh, dass sie nun einen Termin haben. Ich im übrigen auch. Und die Kinder, nahe Verwandte, etc. ebenfalls. Sollen die beiden nun diesen Termin verfallen lassen, weil ‚nur‘ den Impfstoff von AstraZeneca verwendet wird?

Da ich infolge der Impfempfehlung der STIKO für den AstraZeneca-Impfstoff nicht infragekomme, werde ich zu gegebener Zeit einen der beiden anderen Impfstoffe erhalten. Wenn ich jetzt die Gelegenheit zur Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff hätte, würde ich diese ohne zu Zögern wahrnehmen.

Diejenigen aus meinem privaten ‚Umfeld‘, die den AstraZeneca-Impfstoff erhalten haben, haben über keine bzw. keine nennenswerten unerwünschte Wirkungen berichtet. Alles in allem so wie bei der Influenzaimpfung.

Meine Schwiegereltern (beide Mitte 80 und in Hessen lebend) haben ihre Erstimpfung mit dem Impfstoff von BionTech/Pfizer hinter sich und ohne jegliche Probleme vertragen.

Ich selbst bin letztes Jahr gegen Herpes Zoster geimpft worden. Die Erstimpfung ging lediglich mit einer etwas verhärteten Einstichstelle einher, die Zweitimpfung hatte schon deutlich stärkere unerwünschte Folgen. Für ca. 1,5 Tage war ich quasi außer Gefecht gesetzt infolge Problemen mit der Muskulatur des gesamten Körpers. Es war das erste Mal, dass ich überhaupt etwas gravierendere unerwünschte Impfwirkungen hatte, obwohl ich mein gesamtes Berufsleben lang ständig geimpft worden bin.

Die beschriebene Nebenwirkung kommt bei der Herpes Zoster - Impfung öfters vor, hauptsächlich wie bei mir bei der Zweitimpfung. Die gleiche Impfnebenwirkung kommt auch beim BionTech/Pfizer-Impfstoff vor, und dies durchaus etwas häufiger und etwas ausgeprägter als bei der Herpes Zoster - Impfung; insbesondere auch bei der Zweitimpfung. So jedenfalls die Auskunft des hiesigen Universitätsklinikums. Ist aber kein Thema für mich; zeugt doch eine solche Impfreaktionen von der Wirksamkeit des Impfstoffs.

Was die Mutationen anbelangt, so ist es halt so, dass Viren mutieren (können) Ganz besonders gilt dies für Coronaviren. Letztlich kann dies wie bei der Influenza zu jährlichen Impfungen führen. Das muss allerdings erst einmal abgewartet werden.

Was die Situation hinsichtlich der hohen und weiter stark steigenden Zahl der beiden bisherigen Mutationsformen im Dep. Moselle anbelangt, so dürfte die steigende Zahl dieser Mutationen im Saarland darauf zurückzuführen sein. Bei der hohen Zahl der täglichen Zahl an Einpendlern und Kunden in den Lebensmittelmärkten aus Lothringen verwundert dies nicht. Die Landesregierung versucht mit aller Macht, eine Grenzschließung wie im letzten Jahr zu verhindern und will nun zusätzliche freiwillige und kostenlose Testangebote machen. Hoffen wir einmal, dass man mit diesem Vorgehen richtig liegt.

 

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