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Auf dem Platz standen gestern (BVB)

Zico80, Donnerstag, 21.09.2017, 20:05 (vor 3039 Tagen) @ pornstache


Wenn Du mich so fragst kriegst Du eine ehrliche Antwort: Nach meinem Verständnis sollte (nicht für mich, sondern in seinem eigenen Interesse) jeder sein Leben vollständig nach den Weisungen der orthodoxen Kirche ausrichten. Für mich ist man schon komplett versifft, wenn man an mehr als zwei Sonntagen im Jahr unentschuldigt nicht in die Kirche geht. ;-) Ich habe selbstverständlich viele Bekannte/Freunde, die das anders sehen. Aber bei Personen/Organisationen, die diese Standpunkte absolut ablehnen, kommt keine Harmonie auf. Ich lasse sie in Ruhe, will aber möglichst wenig mit Ihnen zu tun haben. Sozusagen "mag" ich alles das nicht, was unsere Kirche als Sünde einstuft. Mit denjenigen, die diese Dinge feiern, werde ich nicht auf einen Nenner kommen.

Erstmal danke für die ehrliche Antwort, mit der ich grundsätzlich kein Problem habe. Ich wünsche Dir das Du damit glücklich wirst, solange Du dabei niemandem schadest und allen versuchst es als die einzig richtige Lebensweise aufzudrängen (was mir jetzt bei Dir auch nicht aufgefallen wäre). Nun kann ich zu den Weisungen der orthodoxen Kirche nicht viel sagen, da ich mich kaum mit Ihnen beschäftigt habe in den letzten 20 Jahren. Ich schliesse aber aus Deinen vorherigen Äusserungen, das Homosexualität wohl nicht zu den konkreten Handlungsansweisungen gehört:-)

In meiner Wahrnehmung ist es nun so, dass ich nicht glaube, dass sich die meisten bewusst dafür oder dagegen entscheiden, einen Mann oder eine Frau zu lieben, es passiert halt. Dann kommen wir nämlich zu meiner kleinen Einschränkung zu Beginn: Dann schadet es zumindest indirekt Menschen. Wir sehen das die Selbstmordrate vor allem unter Schwulen Jugendlichen um ein mehrfaches höher ist bei heterosexuellen Jugendlichen. Dies ist vor allem darauf zurück zu führen, dass sie mit Diskriminierung konfrontiert sind und vor allem Angst vor Diskriminierung und Reaktionen ihres Umfeldes entwickeln. Und viel dieser Angst kommt davon, dass uns seit Jahrhunderten eingeredet wird, dass es böse ist. Ist es aber gar nicht, denn es schadet niemaden. Mein Leben zumindest wird nicht dadurch schlechter, das meine Nachbarin lesbisch ist. Ihres hingegen schon. Aber nur deswegen, weil sie von "konservativer" Seite Diskiminiertung erlebt. Sowohl von dem Konservativen Moslem als auch von dem konservativem Bayern, Sachsen oder Westfalen übrigens. Das ist ein Schaden für einen Menschen.


Nein, ich meinte, dass ich finde, dass in einem freiheitlichen Staat jeder über seine Lebensweise und Weltanschauung selbst entscheiden dürfen sollte, auch wenn ich diese ablehne. Man kann ja niemeanden zu seinem Glück zwingen. --- Was sich jedenfalls jeder aussuchen kann, ist, ob man seine Neigungen ausleben möchte.

Mh. Interessant. Auf den ersten Blick hätte ich gesagt, bei dem ersten Satz stimmen wir überein. Auf den zweiten Frage ich mich: Wieso lehnst Du die Lebensform ab? Und glaubst Du, das homosexuelle glücklicher Leben, wenn sie Ihre Homosexualität unterdrücken und vordergründig heterosexuell Leben? Für mich hört sich das nach einem sehr schweren Versteckspiel und extremer psychischer Belastung an. Deswegen würde ich es begrüssen, wenn sie frei damit umgehen dürfen, denn dann geht es Ihnen besser.


Nein, das ist in der Tat nicht passiert. Ich finde aber, dass man es von Teilen der Homosexuellen immer dick aufs Brot geschmiert bekommt, obwohl man gar nicht danach gefragt hat und dass in den Medien inzwischen teilweise ein absoluter Kult um diese Orientierung betrieben wird. Ich möchte auch nicht, dass Kinder in Schulen verfrüht sich mit allen denkbaren Verhaltensweisen auseinandersetzen müssen.

Wieder danke für die ehrliche Antwort. Interessant auch: Das mit dem aufs Brot schmieren habe ich schon öfter gehört, aber ist mir selber tatsächlich noch nie so passiert. Es sei denn, für Dich fällt ein "Ich bringe dann meinen Freund mit zur Hochzeit" bereits unter "aufs Brot schmieren" Dann passiert das in der Tat häufiger. Fällt bei mir aber nicht unter "aufs Brot schmieren". Wenn man so drüber nachdenkt, sagen Heterosexuelle ja wahrscheinlich auch viel häufiger, das sie Katja oder Peter mitbringen.

Und was die Schule angeht: Da bin ich bei Dir. Wobei "alle denkbaren Verhaltensweisen" natürlich sehr sehr sehr unkonkret ist. Falls Du aber wieder auf Homosexualität damit anspielst, haben wir wohl auch hier verschiedene Standpunkte. Denn wenn man wie alle seriösen wissenschaftlichen Studien zu dem Ergebnis kommt, dass 4-10% der Erwachsenen Bevölkerung rein homosexuell ist und ein weiterer Teil(habe dazu gerade keine Zahl im Kopf) der Bevölkerung bisexuell, dann finde ich sollten zumindest Jugendliche auch davon wissen, dass es existiert. Denn wenn nicht, erfahren sie es nicht pädagogisch gut überlegt im Klassenzimmer sondern unwissend auf dem Schulhof. Und dort wird wieder die Basis gelegt für unwissende Vorurteile, die wieder zum oben abgesprochenen Punkt mit Dsikriminerung, psychischen Belastungen und der Selbstmordrate und so führen. Ne, gefällt mir auch nicht.


Nein, da Konservative an sich nicht die hiesige Staatsform abschaffen wollen und damit zurecht kommen, wenn Andere anders denken. In islamischen Ländern geht es Minderheiten per se dreckig, selbst "Verwandten", siehe Bahai oder Ahmadiyya. Ansonsten bin ich hier der falsche Ansprechpartner, da ich auf Staaten mit veränderlichen Grenzen wenig gebe und keinen Stolz hieraus ableite.

Hm, naja, ich finde, in Polen arbeiten sie bswp. sehr stark daran, die Staatsform abzuschaffen. Die Gewaltenteilung mal so mir nichts dir nichts aufzuheben, empfinde ich doch schon als recht eindeutigen Hinweis in die Richtung. Und besondere Toleranz gegenüber anderen und andersdenkenden habe ich weder beid CDU / CSU noch bei AFD bisher als Hauptaktionspunkt vernommen. Muss aber zugeben, dass dies auch den Grünen in den letztren Jahren ziemlich abgeht. Leider. Und tatsächlich, zum Schluss. glaube ich, sind wir bei Deinem letzten Satz auf einer Linie. Obwohl ich die Wichtigkeit von Nationalstaaten bei der Entwicklung der Demokratie gar nicht hoch genug einschätzen kann, habe ich den Gedanken, auf einen Staat stolz zu empfinden, auch nie ganz nachvollziehen können. Ausser vielleicht bei vorher unterdrückten Völkern, dass sie es endlich geschafft haben, sich gegen Unterdrückung zur Wehr zu setzen.


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