schwatzgelb.de das Fanzine rund um Borussia Dortmund
A- A+
schwatzgelb.de das Fanzine rund um Borussia Dortmund
Startseite | FAQ | schwatzgelb.de unterstützen
Login | Registrieren

Auf dem Platz standen gestern (BVB)

pornstache, Walldürn (Neckar-Odenwald-Kreis), Donnerstag, 21.09.2017, 18:38 (vor 3040 Tagen) @ Zico80


Nun, ich kann ja nur für mich sprechen. Und ich möchte definitiv niemanden diskriminieren oder gar langmachen (aber in Deiner Terminologie könnte man sagen, dass ich "sowas (in gewisser Weise) nicht mag", das gilt aber auch für viele andere Verhaltensweisen). Auch stehe ich selbstverständlich auf dem Standpunkt, dass unsere Gesellschaft unbedingt voraussetzt, dass innerhalb der verfassungsmäßigen Grenze sich jeder seine Lebensform selbst heraussuchen kann und hierfür auch nicht angefeindet werden darf. Darüber habe ich mich auch schon bisweilen mit intoleranteren, rechts-/religiös-konservativeren Bekannten kontrovers ausgetauscht.


Was genau magst Du denn nicht und wieso?

Wenn Du mich so fragst kriegst Du eine ehrliche Antwort: Nach meinem Verständnis sollte (nicht für mich, sondern in seinem eigenen Interesse) jeder sein Leben vollständig nach den Weisungen der orthodoxen Kirche ausrichten. Für mich ist man schon komplett versifft, wenn man an mehr als zwei Sonntagen im Jahr unentschuldigt nicht in die Kirche geht. ;-) Ich habe selbstverständlich viele Bekannte/Freunde, die das anders sehen. Aber bei Personen/Organisationen, die diese Standpunkte absolut ablehnen, kommt keine Harmonie auf. Ich lasse sie in Ruhe, will aber möglichst wenig mit Ihnen zu tun haben. Sozusagen "mag" ich alles das nicht, was unsere Kirche als Sünde einstuft. Mit denjenigen, die diese Dinge feiern, werde ich nicht auf einen Nenner kommen.

Und wenn Du von "Lebensform selbst heraussuchen schreibst", meinst Du dann, dass die Menschen sich aussuchen können, ob sie homo-oder heterosexuell sind? Oder was meinst Du konkret?

Nein, ich meinte, dass ich finde, dass in einem freiheitlichen Staat jeder über seine Lebensweise und Weltanschauung selbst entscheiden dürfen sollte, auch wenn ich diese ablehne. Man kann ja niemeanden zu seinem Glück zwingen. --- Was sich jedenfalls jeder aussuchen kann, ist, ob man seine Neigungen ausleben möchte.


Nur kommt insoweit manchmal den Eindruck auf, dass es nicht mehr reicht, dass andere Lebensmodelle vollumfänglich akzeptiert werden, sondern man muss diese auch noch richtig umarmen oder, etwas polemisch, man meint, die Leute verlangten noch einen Orden für die vergoldete Rosette bzw. wollen ihren Lebensstil ständig allen unter die Nase reiben. Das ist vielen einfach zu aufdringlich.


Welche anderen Lebensmodelle denn genau? Und bei wem kommt der Eindruck auf? Bei Deinen intoleranteren Freunden? Falls sie heterosexuell sind, kannst Du sie beruhigen: Niemand verlangt von Ihnen, dass sie ihre Sexualität anpassen. Oder ist Dir das schon mal passiert?

Nein, das ist in der Tat nicht passiert. Ich finde aber, dass man es von Teilen der Homosexuellen immer dick aufs Brot geschmiert bekommt, obwohl man gar nicht danach gefragt hat und dass in den Medien inzwischen teilweise ein absoluter Kult um diese Orientierung betrieben wird. Ich möchte auch nicht, dass Kinder in Schulen verfrüht sich mit allen denkbaren Verhaltensweisen auseinandersetzen müssen.


Da ich keinerlei rasssistische Ideologie teile, halte ich niemanden für per se überlegen und habe null gegen Ausländer. Dennoch meine ich wie Andere, dass die Gefahren des konservativen Islams deutlich unterschätzt werden, weil dieser schlicht nicht verfassungskonform ist. Das sagen selbst liberale Kräfte innerhalb des Islams. Dann liegt es aber auf der Hand, dass man insoweit nicht einer ungedämmten Ausbreitung zustimmen kann.


Ich teile die Einschätzung nicht. Meiner Meinung nach gibt es dramatisch grössere Gefahren als die des konservativen Islams oder der mathematisch doch recht absurden "Islamisierung Deutschlands". Unter anderem die, dass die Parteien / Gruppierungen, die den Islam kritisieren, häufig eines der beiden von Dir genutzen Teile des Ausdrucks "konservativen Islam", nämlich "konservativ", teilen. Wenn man sich das mal etwas genauer anschaut, könnte man auch zu der Überlegung kommen, dass das gefährliche daran nicht der Islam ist, sondern "Konservativ". Vor allem deswegen, weil in den meisten Ländern, in denen es "America First", "France First" (frei übersetzt), "Turkey first", "Hungary First" oder "Poland First" heisst, Konservative sind, die Ihr Land und Ihre Bevölkerung als besser, toller, wichtiger ansehen als Menschen, die sie nach teilweise abstrusen Kriterien als "anders als wir" betiteln (z.B. weil sie Ausländer, homosexuell oder Linkshänder sind) und damit das beliebte "Wir gegen Die" Spielchen eröffnen. Das macht es schwierig, denn "first" kann nur einer sein. Wenn jeder für sich in Anspruch nimmt, das nur seine eigene soziale Gruppe profitieren soll, während es egal ist das alle anderen dadurch Nachteile haben, meinst Du nicht, das könnte zu Kämfpen um die verfügbaren Resourcen führen? Ups, oder war das nicht immer schon so die letzten Jahre / Jahrzehnte / Jahrhunderte und hat damit bewiesen, dass es kein besonders kluger Weg ist, sondern einer, der zu Tod, Zerstörung und Leid führt? Aber gewählt wird man damit vielleicht...Freue mich auf Deine Antworten.

Nein, da Konservative an sich nicht die hiesige Staatsform abschaffen wollen und damit zurecht kommen, wenn Andere anders denken. In islamischen Ländern geht es Minderheiten per se dreckig, selbst "Verwandten", siehe Bahai oder Ahmadiyya. Ansonsten bin ich hier der falsche Ansprechpartner, da ich auf Staaten mit veränderlichen Grenzen wenig gebe und keinen Stolz hieraus ableite.


Antworten auf diesen Eintrag:



gesamter Thread:


1524065 Einträge in 16382 Threads, 14353 registrierte Benutzer Forumszeit: 17.01.2026, 15:52
RSS Einträge  RSS Threads | Kontakt | Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung | Forumsregeln