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Ab 1.01.21: Verbot von Leiharbeit und Werkverträgen auf Schlachthöfen (Corona)

Lutz09 @, Tor zum Sauerland, Freitag, 22. Mai 2020, 20:11 (vor 10 Tagen) @ markus

Das Schlimme an dem ganzen System ist, dass sich die Leute gar nicht ausgebeutet fühlen. Würden sie in Rumänien bleiben und dort arbeiten bekämen sie vielleicht nur 300€ im Monat. Bei Tönnies sind es dann nach Abzug der Miete vielleicht noch 1000€ Netto. Diese Leute arbeiten oftmals lieber einige Monate in Deutschland und nehmen möglichst viel Geld mit mit in die Heimat als dort zu arbeiten. Das macht es natürlich nicht besser. Es zeigt aber mal wieder, wie wir hier auf Kosten ärmerer Länder leben. Hat ein bißchen was von Menschenhandel.

Nennt sich Divergenz und hat für mich mit Menschenhandel nur bedingt etwas zu tun – niemand wird gezwungen diese Drecksarbeit hier zu machen. Die Lebenshaltungskosten sind in einem osteuropäischen Land wie Rumänien eben deutlich niedriger als in einem westeuropäischen Land wie Deutschland und die Löhne höher. Dasselbe gilt für osteuropäische Erntehelfer oder Pflegekräfte, wobei zweitgenannte ja in der Regel gerne zu uns kommen. Die Leute sind auf das Geld dringend angewiesen und versorgen damit oft ihre Familien daheim.

Dasselbe Phänomen gibt es aber auch in die andere Richtung. Wenn du als Arzt in die Schweiz gehst oder nach Skandinavien, verdienst du auch mehr als hierzulande. Auch das machen viele – zugegeben auf einem anderen Niveau aber das Prinzip ist dasselbe.

Dass die Unterbringung für die Arbeiter der Schlachtbetriebe oft katastrophal sind, nicht im Ansatz unseren Standards entsprechen und verbessert werden müssen, ist natürlich trotzdem richtig. Bei der Fleischindustrie handelt es sich um eine Ausbeutungsindustrie, für die viele Maßstäbe offenbar nicht gelten. Hier leiden neben den Arbeitern vor allem die Tiere, genauso wie viele Bauern. Auch was das angeht sind Verbesserungen längst überfällig.

 

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