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Soziale Unterschiede / Wohnsituation (Sonstiges)

FourrierTrans, Freistaat Sauerland, Donnerstag, 25.06.2026, 13:18 (vor 1 Tag, 1 Stunden, 44 Min.) @ Kutte92-

Ich stelle immer wieder fest, wie unterschiedlich manche Leute so eine Hitzwelle wahrnehmen.

Wer das Privileg hat, in einer schattigen Villa im Grünen zu wohnen, mit großem Garten, Pool, klimatisiertem Home-Office und kühlem Weinkeller, der empfindet solche heißen Tage einfach als wundervolle Sommerzeit.

Wer hingegen in einer Betonwüste in einer kleinen, nicht-isolierten Dachgeschoss-Wohnung im Plattenbau haust, für den sind 40 Grad dann wahrscheinlich doch eher ungeil. Und der ist aktuell auch echt nicht zu beneiden.

Letztlich trifft so ein Unwetter wie extreme Hitze vor allem die, die im Leben ohnehin nicht vom Glück geküsst sind.

Ich würde sagen, dass ich tendenziell relativ robust bin, was wärmere Temperaturen angeht. Allerdings habe ich bis vor einigen Jahren noch in Dortmund in einer Vonovia-Wohnung gelebt, wo man eine Etage oben drauf gesetzt hat, mit Flachdach dann. In dem Viertel hat man das relativ großflächig bei alten Bergbauwohnungen gemacht. Und ich kann sagen, dass es wirklich unerträglich war. Also man hatte halt wirklich immer um die 30 Grad in der Wohnung, selbst wenn es draußen auch nur 30 Grad waren. Das gesamte Viertel hat auch im Grunde keine Jalousien, war der Vonovia wohl zu teuer. Man hatte viele nackte Fenster-Fronten, teils von der Decke bis zum Boden (was nett ist, wenn ein frischer Wind weht zum lüften). Zudem sind in einigen ehemaligen Grünstreifen neue "Kasernen-Wohnungs-Blöcke" hinzugekommen, alles relativ hochpreisig weil Kreuzviertel.

Für mich ist das auf der anderen Seite auch ein spannende Beobachtung, dass in Summe der Drang in die Großstadt dann doch weiterhin relativ ungebrochen ist. Ist natürlich eine sehr individuelle Frage, wie man leben möchte und wie auch die sozialen Kontakte oder der Beruf genau aussehen, aber alleine das war schon ein Grund für mich, aus der Stadt zu fliehen. Es ist im Sommer einfach wirklich unerträglich. Ich habe in Asien eine Zeit verbracht, ich kenne die heißen Sommer Michigans und habe auch kein Problem mit einer Wanderung auf Mallorca oder den Kanaren, aber ein Sommer in Dortmund war einfach für mich persönlich eine einzige Quälerei. Bauweisen, Versiegelung und fehlende Klimatisierung im Alltag sind ein hässlicher Cocktail. Die Temperaturen sinken ja in Summe bereits teilweise um 2-3 Grad, sobald man den urbanen Raum verlässt. Die massive Versiegelung lässt nach, eine große Wiese und Bäume in der direkten Umgebung tun ihr übriges, viele ländliche Wohnungen/Häuser haben noch massive Wände und im Grunde hat jede Wohneinheit eine dicke Jalousie. In der Großstadt wohnen ist mMn nur noch was für Gutverdiener, bestenfalls sogar als eine Art Zweitwohnung mit allen Annehmlichkeiten, wenn man mal Bock auf Großstadt hat. Zum Leben ist es eigentlich gänzlich menschenfeindlich geworden. Und man muss wohl wirklich sagen "geworden", wenn man sich auch mal Bilder anschaut, wie Großstäte wie Dortmund vor dem Krieg aussahen, bei der die Vermassung und Betonisierung plus Billig-Bauweisen einfach nicht existent war.


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