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Neu auf schwatzgelb.de: Rüstungshersteller Rheinmetall sponsort Borussia Dortmund: Echte Liebe tötet nicht (BVB)

Ulrich, Donnerstag, 22.08.2024, 09:54 (vor 542 Tagen) @ Giog

Ich habe den Eindruck, wir reden aneinander vorbei. Nochmal kurz die Fakten: Rheinmetall hat einen Historiker (der als freiberuflicher Historiker beschrieben wird, aber seit 30 Jahren für das Unternehmen arbeitet, daher liegt die Vermutung nahe, dass es sich nicht um eine komplett unabhängige Aufarbeitung handelt). Dieser Historiker hat eine sehr umfangreiche Chronik veröffentlicht, die auch über (ich glaube) 100-150 Seiten die NS-Zeit behandelt. Diese Chronik mag ich nicht bewerten, weil ich sie noch nicht gelesen habe, es gibt allerdings Fachliteratur, die bemängelt, dass dort zentrale Punkte ausgespart wurden (z.B. die Frage, ob sich das Unternehmen aktiv um Zwangsarbeiter bemüht hat). So viel zum Teil der reinen geschichtswissenschaftlichen Aufarbeitung, die ich aus genannten Gründen nicht abschließend bewerten möchte.

Rheinmetall nimmt nun diese Erkenntnisse und platziert auf ihrer Homepage eine halbe Seite, die teils aus Scherzchen („ach, die deutsche Bürokratie ;)))))“) teils aus Berichten eines Zwangsarbeiters besteht, der (was für ein Zufall) von einem netten Rheinmetall-Meister in seinem Werk berichtet. Als es dann um seine versuchte Flucht und Gefangennahme geht, endet übrigens dieser Bericht mit dem Kommentar, dass „nachfolgendes“ wohl „zu schrecklich“ war, um sich „noch einmal daran erinnern“ zu wollen.

Ich verstehe nicht, wieso du nun bemängelst, dass sich die Kritik an dieser Vorgehensweise an den „unschönen Dingen“ aufzieht? Es ist doch buchstäblich das Gegenteil der Fall, Rheinmetall sucht sich die möglichst verharmlosendste Erzählung aus der Chronik und packt diese auf die Homepage

Ich hatte mich aus der Diskussion vorher weitgehend heraus gehalten, weil ich mich zwar gefragt habe, was Rheinmetall so ein Sponsoring bringt, aber andererseits keine wirklich gefestigte Meinung habe. Aber nach dem Lesen des Textes war ich komplett fassungslos. Schon dass jemand aus dem Unternehmen oder für das Unternehmen so etwas verfasst hat, kann ich nicht nachvollziehen. Aber dass man ihn auch noch auf die Homepage einstellt und dort stehen lässt? Da gibt es doch Kontrollmechanismen. So etwas spricht für eine fürchterliche Unternehmenskultur.


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