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Neu auf schwatzgelb.de: Rüstungshersteller Rheinmetall sponsort Borussia Dortmund: Echte Liebe tötet nicht (BVB)

markus, Donnerstag, 22.08.2024, 08:17 (vor 542 Tagen) @ stfn84

Mal was ganz grundsätzliches: Ich frage mich ja, was man da groß aufarbeiten möchte. Rheinmetall kann als Waffenhersteller schon von vornherein nichts beschönigen. Jeder weiß auch ohne gesonderte Aufarbeitung, dass sie Waffen für die Nazis hergestellt haben und damit Menschen getötet wurden. Jeder weiß, dass sie Zwangsarbeiter beschäftigt haben. Da gab es das volle Programm ganz im Sinne der Nazis. Was aber auch zur Wahrheit gehört: Es gab keine Wahl. Das ist so entschieden worden. Und deshalb ist die Frage, ob das noch ein weiteres mal unter einer Diktatur passieren könnte, relativ leicht zu beantworten. Ja, würde es. Selbst wenn sich der dann aktuelle CEO weigern würde, würde das ja trotzdem passieren. Dann wird er ganz schnell ausgetauscht (oder gleich umgebracht) und durch einen diktatortreuen CEO ersetzt. Da gibt es keine demokratischen Spielregeln mehr und schon gar nicht sowas wie Meinungsfreiheit.

In einer Diktatur machen die meisten Menschen schon deshalb mit, weil ein nicht machen stets das eigene Leben gefährdet. Und ich befürchte, dass viele derjenigen, die jetzt unter dem Schutz der Meinungsfreiheit das richtige sagen, ebenfalls mitmachen würden. Solche 180 Grad Drehungen passieren ja schon bei deutlich kleineren Anlässen wie z.B. Corona und Flüchtlingskrise. Da hörte bei einigen die Solidarität zu anderen aber ganz schnell auf, als für einen selbst Nachteile drohten. Mehr ältere Menschen sterben lassen, damit die eigene Freiheit möglichst unangetastet bleibt, war für viele Menschen plötzlich total in Ordnung. Flüchtlingen das Leben schwer machen oder direkt abschieben wollen, weil das ja langsam alles zu viel wird, ist auch ein recht häufiges Phänomen. Selbst bei dem Tarifkonflikt der Deutschen Bahn hörte doch bei vielen Menschen, die sich sonst als ganz weltoffen präsentieren und stets für Gerechtigkeit einsetzen, die Solidarität zu den einfachen Angestellten bereits nach dem zweiten Warnstreik auf. Weil es ja nach zwei Tagen schon nervte und der eigene Zug bitte pünktlich abzufahren hat. Eine Diktatur ist dann noch einmal deutlich krasser. Da geht es dann nicht nur um kleinere Nachteile, bei denen viele Menschen schon zu Arschl… werden. Da ist dann unmittelbar das eigene Leben in Gefahr, wenn du nicht mitmachst. Das richtige sagen ist immer einfach, es dann auch umzusetzen, wenn es darauf ankommt, schon deutlich schwieriger.

Wir können nur hoffen, dass wir sowas nie wieder haben werden. Und damit sowas nicht so schnell wieder kommt, ist es natürlich genau richtig die Finger in die Wunde zu legen. Aber ob das in diesem Fall eine geeignete Wunde ist, darüber lässt sich trefflich streiten (was wir ja auch fleißig tun).


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