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Argumentation "Waffenhersteller verstoßen per-se gegen die Werte des Vereins" (BVB)

Phil, Mittwoch, 21.08.2024, 15:55 (vor 543 Tagen) @ mrg

Weiß jetzt nicht, warum da reflexartig „auch die Grünen“ rein muss. Das politische Ziel mit einem privatwirtschaftlichen Sportsponsoring zu verfolgen, mutet nun aber auch nach einer kruden Allianz an. Politische und gesellschaftliche Kommunikation sollte dann doch anders laufen und nicht durch privatwirtschaftliche Instrumente.

Das hat nichts mit reflexartig zu tun. Vielmehr standen die Gründen da sehr lange auf einer ganz klaren "anderen Seite". Jedenfalls was die Frage der Waffenexporte betraf. Im Hinblick auf die Notwendigkeit militärischen Eingreifens sah das ja schon ab Mitte der 90iger zunehmend anders aus.

Dass zudem aktuell ein grüner Miniser da quasi der "Oberaufseher" über die Exporte ist, kommt hinzu. Insofern ist das natürlich nennenswerte Fakt, der belegt, dass sich einiges verändert hat.

Was die Methoden betrift? Ich bin da kein Experte, was PR / Marketing / Kommunikatoin etc. betrifft. Insofern kann ich da wenig zu sagen, wie das eigentlich besser wäre.

Oder man bewertet halt einen ökonomisch reizvollen Deal für so wichtig, dass man in bar moralischer Bedenken durchzieht. Beim Profifussball liegt der Verdacht nun einmal sehr nah - insbesondere mit der Vorgeschichte aus Gladbach und das vom BVB bis zum Deal wirklich quasi nichts kam zu dieser gesellschaftlichen Debatte.

Das ist vollkommen legitim, zu dieser Einschätzung zu kommen. Aber am Ende ist es weiterhin nur dies: Eine Einschätzung.

Man hätte den Deal min. mit einer unabhängigen, kritischen Aufarbeitung der Geschichte verbinden müssen. Das wäre etwas handfesteres als dieses wischiwaschi Beitrag zur gesellschaftlichen Diskussion.

Auch das kann man gerne fordern. Ich für meinen Teil habe so viel zu dem Thema "Dritte Reich" und auch zu dem Thema "Wirtschaft im dritten Reich" gelesen, dass ich irgendwie denn großen Mehrwert einer weiteren Studie dazu nicht mehr erkenne. Aber ja, ein valider Punkt, den man natürlich so fordern oder kritisieren kann.

In den Entschädigungsfonds für Zwangesarbeiter (usw. waren ja diverse Fonds seinerzeit, die man in den 90iger auflegte) haben sie jedenfalls eingezahlt. Das finde ich schonmal sehr wichtig.

Natürlich nicht. Aus deren Sicht gibt es gute Gründe sein Image aufzupolieren mit Sportsponsoring anstatt bspw. lieber die Unternehmensgeschichte ordentlich aufzuarbeiten.

siehe oben.

Diese Gründe werden aber wenig damit zu tun haben, dass man die Freiheit, die Gesellschaft o.ä. verteidigen will. Man will schlicht Geld erwirtschaften und bei den Kunden hat man in der Vergangenheit keine allzu großen Standards angelegt - sondern das musste die politische Ebene machen.

Oder umgekehrt. Rheinmetall hat an Russland geliefer (oder wollte es), weil die Bundesregierung(en) es wollten. Und nicht umgekehrt.

Dass das ganz gewinnorientiert geschieht, kann man kritisieren. Aber es hat natürlich auch gute Gründe, warum dem so ist. Ein Rüstungskonzern als Abteilung des BMVG? Oder beim Wirtschaftsministerium? Nunja.

MFG
Phil


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