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Hömma ihr Gamers, jetzt seid ihr dran! (Sonstiges)

markus @, Sonntag, 13. Oktober 2019, 19:21 (vor 61 Tagen) @ Blarry

Natürlich ist die "Gamer-Szene", sofern man wirklich einen vereinheitlichenden Begriff für eine total heterogene Gruppe verwenden möchte (was man nicht sollte), ein seit Jahrzehnten bestehendes Sammelbecken für Rassismus, Homophobie, Frauenfeindlichkeit und allgemein ein zivilisatorisch rückständiges Auftreten. Selbst auf einzelne Spiele heruntergebrochen gibt es eigentlich keine einzige Community, die ohne Toxitität auskommt, und insbesondere in Multiplayertiteln sollte der erste Schritt zur Wahrung der geistigen Gesundheit sein, den Chat auszublenden.

Aber: nichts davon ist in irgendeiner Form organisiert oder strukturiert. Selbst die alberne Gamergate-"Bewegung" war nichts weiter als ein loser Haufen männlicher Jungfrauen über 20, die noch nie in ihrem Leben ein Mädchen geküsst haben. Natürlich wird sich beim Zocken beleidigt und rechte Kackscheiße abgelassen, aber tendenziell nicht mehr als auf Schulhöfen oder an Stammtischen. Vor allem ist nichts davon konsequent, sondern wird im wahrsten Sinne des Wortes "im Eifer des Gefechts" geäußert, ohne großes Nachdenken und moralisches Fundament. Und aufgrund des im Durchschnitt niedrigen Alters der "Gamer" darf man weder allzu hohe Ansprüche an ihre moralischen Grundlagen und charakterliche Vollständigkeit stellen, noch einen Durchführungswillen für Drohungen oder dumme Sprüche hineininterpretieren.

Kurzum: Seehofer gibt sich alle Mühe bei der Suche nach billigen Lösungen, um nicht an Nazis ran zu müssen und seine Wähler zu verschrecken.

Tausche Gamer-Szene mit Rap-Szene oder Fußballfans. Die Dinge die du da aufzählst passen mit wenigen Ausnahmen ähnlich gut rein. Das alles ist aber nur Unterhaltung und Hobby. Komischerweise sind Filme oder Serien in denen es um Gewalt, Nazis und Homophobie geht für alle Politiker in Ordnung. Ist ja nur ein Film und jeder kann einordnen, dass Realität etwas anders ist als ein Film. Das andere ist vielen unbekannt und weil es für viele unbekannt ist, wirkt es auf sie gefährlicher. Aber Games sind auch nur Games und Rap Songs nur Rap Songs. Warum darf sich ein Schauspieler in einem Film schwulenfeindlich äußern, der Rapper in einem Song aber nicht? Warum dürfen in Filmen Menschen erschossen werden, in Videospielen aber nicht? Weil ich da vorher noch auf einen Knopf drücken muss, bevor der Schuss losgeht während der Film keinerlei Interaktivität erfordert? Scheiss Argument. Dafür spielen in Filmen echte Menschen mit und die Szenen deutlicher realistischer, als die immer noch künstlich und hölzern wirkenden Witz-Figuren in Games. Und der Rapper sagt: ich erzähle auch nur eine Geschichte ähnlich wie ein Film.

Seehofer hat noch nie in seinem Leben ein Gamepad bedient. Anders kann man sich sein Gefasel nicht erklären.

 

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