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Ich muss eine Lanze für die Incels brechen (Sonstiges)

Matse @, Donnerstag, 10. Oktober 2019, 12:41 (vor 33 Tagen) @ pactum Trotmundense

Ich kann nur wiederholen: Incels sind zutiefst zu bedauern. Die Gesellschaft muss sich hinterfragen warum sie es zulässt, dass Menschen überhaupt so einsam werden können, dass sie psychische Störungen entwickeln.

Ich habe heute früh auch darüber nachgedacht. Dass es die Bezeichnung "Incels" gibt, war mir gar nicht bewusst.

Psychische Erkrankungen sind sicher ein weites Feld. "Die Gesellschaft" wird beispielsweise nur in Maßen auf Psychosen einwirken können. An dieser Stelle noch eine Anmerkung: Psychosen führen nur in seltenen Fällen zu Gewalt nach Außen. Erkrankte Menschen sollten also nicht kategorisch als potentiell gewalttätig stigmatisiert werden.

Abseits psychotischer Erkrankungen gibt es meines Erachtens einige psychische Störungen, die durchaus auf das gesellschaftliche Klima zurückzuführen sind. Vielfach erfüllen die als Incels Bezeichneten nicht die klassischen Rollenvorstellungen von Männern: Beruflich mäßig erfolgreich, optisch nicht der "echte, harte Kerl" und eher introvertiert. Mauerblümchen, kein Macher.. Dass diese Männer dann ihre Wut gegen Feminist*innen richten, kann durchaus als Ironie betrachtet werden. Immerhin hat Feminismus nicht nur Frauenrechte als Thema, sondern ebenfalls den Abschied von tradierten Rollenvorstellungen. Von daher würde der Feminismus auch diese Männer frei machen.

Ansonsten natürlich der klassische "angry white man": Gegen alle, die für seine desolate Lebenssituation verantwortlich zu sein scheinen. Ein "Angstbeißer", weil ihm jemand etwas wegnehmen könnte. Das alles ist natürlich auch nicht wirklich neu - diese Männer gab es schon immer: Der Lauch, die Schwuchtel, das Weichei, der Warmduscher usw.

Gefährlich wird es mittlerweile dadurch, dass sie sich gegenseitig aufstacheln, in ihrer peer group die Helden sein wollen (egal ob als Waffenfreak oder pickup artist). Das ist toxische Männlichkeit in heftigster Konzentration. Davon müssen wir als Gesellschaft weg.

 

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