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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm? (Sonstiges)

FourrierTrans @, Dortmund, Mittwoch, 14. März 2018, 09:12 (vor 555 Tagen) @ Rupo

Hallo Thomas!

Mal ein ganz persönlicher Beitrag von mir zu dem Thema "Sozialstaat" und gesellschaftliche/politische Entwicklungen an sich.

Ich habe nun (leider) keine "2" in der ersten Ziffer meines Alters stehen, arbeite als Ingenieur und darf mich daher erst einmal nicht beklagen. Ebenso habe ich noch keine wirkliche Erfahrung mit Arbeitslosigkeit ergo mit Hartz IV machen müssen.
Wenn ich aber einfach mal darüber nachdenke, wie sich dieses Land seit meiner Kindheit bzw. in meiner bisherigen Lebenszeit entwickelt hat, kann man eigentlich nur jedem (jungen) Menschen den Rat geben: Geb acht auf dein Umfeld, informiere dich, bilde dich weiter, mach dich unabhängig von jedweder Unterstützung und mach dir insbesondere ganz genau Gedanken darüber, wo du dein Geld bunkerst oder investierst und welche Altersvorsorge du planst, egal welchen Beruf du ausübst. Es kümmert sich im Zweifel niemand um dich und das wird in 10 Jahren noch deutlich düsterer aussehen.

Eine faire Entwicklung, unter Berücksichtigung derjenigen, die durch das "soziale Raster" fallen, gibt es nur noch sehr bedingt und wird es zukünftig aus meiner Sicht nahezu gar nicht mehr geben. Auch die ehemalige "Arbeiterklasse" und "Mittelschicht" wird zunehmend ausgedünnt, offensichtlich ist dies politisch so gewollt.
Ich komme aus einer ottonormalen "Arbeiterfamilie" und ich bin der erste in der Familie, der studiert hat. Mein erstes Semester ist nun schon einige Jahre her und es war nicht einfach, sich in einer gänzlich anderen "Gesellschaftsschicht" zu bewegen und es war im speziellen finanziell nicht einfach, obwohl ich durchgehend gearbeitet habe. Dies ist für "Arbeiterkinder" alles gegenwärtig noch viel schwieriger geworden. Wen das interessiert, dem empfehle ich die Seite "Arbeiterkind.de". Lesenswert und brutal erschreckend zugleich, wie abhängig Bildung vom Elternhaus geworden ist.
Man kann diese Entwicklungen aber auch in ganz vielen anderen alltäglichen Dingen erleben. Meine Eltern pflegen seit jeher einen gleichbleibenden Lebensstil. Als Kind sind sie mit mir in den Sommerferien auch mal 10 Tage nach Spanien geflogen, oder nach Italien. Da müssten sie heute schon 3 mal drüber nachdenken.

Ich persönlich mache mein Kreuzchen auch nur noch bei den großen Volksparteien, weil alles andere für mich eine noch schlechtere Entwicklung zur Folge hätte und ich nicht in einem von Rassisten regierten Land leben möchte. Dennoch hege ich keinerlei Hoffnungen oder Erwartungen an das Kreuzchen, was ich bei Wahlen mache. Ich weiß, dass da nichts zurückkommen wird und das diese gesellschaftliche Kahlrasur der (wie man so schön sagt) "kleinen Leute" immer weiter voranschreitet und ich glaube, sehr viele junge Menschen denken genauso.

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