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[Politik] Hartz IV: Lebt ihr noch oder seid ihr schon arm? (Sonstiges)

Tobse, Dienstag, 13. März 2018, 20:21 (vor 189 Tagen) @ Rupo

Was ich interessant bei dem Thema finde, ist die Transparenz, die das ganze zwangsläufig mit sich bringt. Jeder kann sich irgendwie ansatzweise vorstellen, wie viel man sich von 416 Euro im Monat in etwa leisten (oder eben auch nicht leisten) kann. Ich fände es schön, wenn es eine ähnliche Transparenz auch geben würde, wenn es in der "öffentlichen Diskussion" bspw. mal wieder um das Thema der Erbschaftssteuer geht, wo meinem Empfinden nach immer eher mit Gefühlen oder abstrakten Argumenten und eher weniger auf Grundlage von transparenten und konkreten Zahlen und Größenordnungen argumentiert wird. Ich vermute allerdings, dass das von manchen Diskussionteilnehmern nicht unbedingt gewünscht ist, da man sonst vermutlich relativ schnell feststellen würde, dass auch die Leute, die gegen eine Erhöhung sind, auch nicht unbedingt verhungern würden, wenn sie einen etwas höheren Anteil ihres Erbes der Gemeinschaft zur Verfügung stellen würden ;)

Zum Thema ansich: Habe selbst nach meinem Studium knapp ein Jahr Hartz4 bezogen und wenn ich so im Rückblick darüber nachdenke, könnte ich auch einigermaßen viel dazu erzählen, merke ich gerade...;) Nur zu meinen (etwas skurillen) Erfahrungen mit dem Amt: Im Prinzip hat mich das Jobcenter in der Zeit weitestgehend "in Ruhe gelassen". Es gab in dem Zeitraum vllt 3-4 Beratungsgespräche mit einer Dame vom Jobcenter bzw. "Jobservice", die mir aber auch nicht wirklich weiterhelfen konnte, da man dort (so war zumindest mein Gefühl) eher selten mit Universitätsabsolventen zu tun hat und dementsprechend für mich so gut wie keine Angebote hatte (von merkwürdigen Vermittlungsversuchen zu Zeit- oder Leiharbeitsfirmen mal abgesehen...). Auch die "Pflichttermine" (Bewerbungstraining und Gang zu einer Jobbörse), nach denen mir bei einem Fernbleiben vermutlich Leistungen gekürzt worden wären, fielen dann eher spärlich aus. Abschließend kann ich sagen, dass das "Auffangnetz" Hartz4 für mich vor allem die Chance war, mich in dieser Zeit weiter in dem Bereich, in dem ich studiert habe, zu bewerben und nach langem und entnervendem Suchen durch ein freiwilliges und unentgeltliches Praktikum bei einem gemeinnützigen Verein schlussendlich den Job zu finden, in dem ich noch heute arbeite und bei dem ich vollkommen zufrieden bin (und das obwohl ich ein Gehalt beziehe, bei dem andere Menschen mit einem BWL-Masterabschluss vermutlich nichtmal ansatzweise ans morgendliche Aufstehen denken würden ;)).

Ach ja, besonders "spannend" fand ich damals, dass man sowas wie Urlaubstage hat und man seine Abwesenheit vom Wohnort im Prinzip beim Amt (an-)melden muss. Ich frag mich irgendwie bis heute, wieso man Urlaub vom Arbeitslosendasein benötigt...;)

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