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Nur noch Notwehr - Zeit (Corona)

Intertanked, Berlin, Dienstag, 05.01.2021, 23:59 (vor 2125 Tagen) @ Komanda
bearbeitet von Intertanked, Mittwoch, 06.01.2021, 00:10

Kommentar zur Thematik

Kurz und knapp, fasst einige Punkte aber gut zusammen.

Ja. Wie Kollege FourrierTrans bin ich ich der reaktiven Politik müde und bin ebenfalls überrascht, weil ich lange freiheitsbeschränkende Massnahmen abgelehnt habe.

Aber an Stellschrauben der Sorte 5 Leute mal 2 Haushalte dürfen 10 Kilometer pro Person in zwei Autos fahren, die keiner kontrolliert, haben wir jetzt lang genug rumgedreht.

Und in der gesamten Industrie wird ja eh weiter gearbeitet mit allen Sozialkontakten, die man so hat.

Ich bin als Freiberufler sofort bereit den Januar keinen müden Euro mehr zu verdienen, um einen ernsthaften StayHome-Lockdown zu haben. Da bekomm ich hinterher was dafür. Quasi Preis-Leistungsverhältnis.

Statt dessen wieder Options-Regeln, die - zumindest in Berlin - niemand kratzen. Berlin gilt laut Tagesspiegel als ein Wohnort. Das heißt ab Stadtgrenze 15 Kilometer. Kurz: da geh ich erst ins Kulturkaufhaus Dussmann, dann fahr ich durch alle Stadtteile an den Wannsee und mach dann noch einen Ausflug nach Postdam-Sansoussi.

Wir haben Kontaktbeschränkungen, Ausgangsperre und Maskenpflicht an öffentlichen Orten: kontrolliert keiner und das interessiert am Kottbusser Tor nicht mal die Polizisten, die sich da gestern maskenfrei Döner gekauft haben vom maskenfreien Dönermann.

Alle im Einzelhandel arbeiten ohne Masken, egal ob Späti, Aldi oder Buchladen, weil man eine DIN A4 große Glasscheibe installiert hat und die Kundschaft darf im engen Eckdiscounter mit einem nassen Putzlappen unterm Kinn trotzdem hustend Bier kaufen.

Also entweder wir machen jetzt bis Ende Januar in allen Bereichen richtig dicht und ernst. Dann stehen halt mal wieder Bänder still und morgens ist ÖV leer und Aldi gibt seinen Angestellten verpflichtend FFP2-Masken und die Leute auf der Straße werden gefragt, wo sie hinwollen und warum sie mit vor dem Späti stehen und es werden mal ernsthafte Massnahmen zum Schutz von Risikiogruppen und Entlastung von Pflegern vorgenommen, die über "80jährige stellen sich vor der Apotheke in die Schlange um 3(!) Masken zu bekommen" hinaus gehen oder wir wurschteln weiter.

Bei letzterem fehlt mir nach monatelange Routine aus Menschenvermeidung, kreisförmigem Umlaufen von maskenlosen Leuten, FFP2-Nutzung im öffentlichen Raum und FFP3-Nutzung in Bahnen, sowie Einkaufen zu später Stunde irgendwie die Lust auch noch morgens im Internet zu gucken, ob ich zum Pendeln jetzt noch Dienstunterlagen mitnehmen muss, wegen R-Wert 200. Was ja auch wieder egal ist, weil es eh keiner kontrolliert.

Mai wird so oder so werden. Irgendwie so.


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