Willkommen im BVB-Forum

Lanz grillt sie richtig (Politik)

CF, Dienstag, 08.09.2026, 15:39 (vor 4 Stunden, 46 Minuten) @ Schoeneschooh
bearbeitet von CF, Dienstag, 08.09.2026, 15:43

Die wirklich besorgniserregende Nachricht ist jedoch eine andere: Verfügbare Einkommen spiegeln nur schlecht den Lebensstandard wider. Denn zur Berechnung realer Löhne und realer Einkommen wird für alle Menschen die gleiche Preisentwicklung angenommen. Dagegen ist die Realität eine andere: Wie auch eine Studie des DIW Berlin aus dem vergangenen Jahr zeigt, ist der Anteil, den Haushalte mit niedrigem Einkommen für das Wohnen ausgeben, in den letzten 30 Jahren von 24 auf 36 Prozent des verfügbaren Einkommens gestiegen. Viele Menschen mit wenig Einkommen zahlen heute 40 Prozent oder mehr ihres monatlich verfügbaren Einkommens fürs Wohnen. Daher ist die Ungleichheit beim Lebensstandard in Deutschland in den vergangenen 30 Jahren wohl noch deutlich stärker gestiegen, als die Zahlen für die verfügbaren Einkommen vermuten lassen.">


Ich würde hier mit Blick auf die Mieten noch einen Gedanken ergänzen, den ich aber nicht mit Zahlen unterlegen kann.

Die enormen Preissteigerungen bei den Mieten treffen nur einen Teil der Bevölkerung, diesen aber besonders hart. Andere sind so gut wie gar nicht betroffen. Die Statistik kommt dann mit einem Mittelwert um die Ecke und es sieht gar nicht so schlimm aus. Mal zwei fiktive B Beispiele:

Auf der einen Seite: Das frisch verheiratete Paar, welches in der ehemaligen 65qm Zweier-WG-Wohnung der Frau lebt. Jetzt ist ein Kind auf dem Weg und seit COVID arbeiten beide 3 Tage die Woche im Homeoffice (aktuell in der Küche und dem Schlafzimmer). Sie suchen jetzt eine Wohnung mit 1 oder 1,5 Zimmern und 25qm mehr. Die Miete verdoppelt sich dadurch!

Auf der anderen Seite: Das Rentnerehepaar, welches seit 40 Jahren in einer nun viel zu großen Mietwohnung mit den zwei ehemaligen Kinderzimmern wohnt. Selbst wenn sie umziehen wollen, können sie es nicht, weil mittlerweile eine Garage soviel kostet wie ihre aktuelle Wohnung.

Das ist jetzt vielleicht nicht super akkurat, aber Wohnraum und dessen Preise sind halt keine Tomaten oder Sprudelwasser im Supermarkt.

Gerade der Preisanstieg von Lebensmitteln (in den letzten 5 Jahren) konnte durch die Löhne nicht kompensiert werden. Wie du schon richtig sagst, bilden Statistiken lediglich Durchschnittswerte ab, die aber an der individuellen Lebensrealität vorbeigehen.
Es gibt auch lobenswerte Konstanten im Alltag der Grundbedürfnisse (wie z.B. die GEZ-Gebühren, die sich so gut wie nicht ändern oder auch Mobilfunkgebühren, die sogar günstiger geworden sind), aber ansonsten wird die Teilhabe an den Bedürfnissen des Lebens - und geschweige denn am Luxus - stetig anspruchsvollerr.


Antworten auf diesen Eintrag:



gesamter Thread: