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Was mich auch zunehmend beunruhigt (Politik)

Ulrich, Dienstag, 08.09.2026, 14:18 (vor 3 Stunden, 22 Minuten) @ Lattenknaller

Ja, definitiv, Vor allem Christine Lamprecht war hervorragend und auch die feministische Außenpolitik hat sich von Kuba bis Kuba bis Saudi Arabien bewährt. Vom Kanzleramt bis zum Finanzministerium, war alles top, vor allem innerhalb der Ampel lief alles am Schnürchen. Bravo!


Das kann man so formulieren. Danach darf man sich aber nicht mehr über die AfD beschweren.


Danke, das ist genau der richtige Kommentar. Die Art und Weise wie Politik kommentiert wird, ist mittlerweile absurd. Hier im Forum, geschenkt. Aber wenn man dann mal die Massen in den soziale Medien und dann auch in etablierten Medien sieht, was da mittlerweile abgelassen wird. Ich frage mich, ob die irgendwann mal andere Zeiten erlebt haben oder das komplett vergessen haben. Ich kann mich aktiv an Politik ab den frühen 80ern erinnern. OMG, was waren da in den 80ern und 90ern Granaten dabei, auf beiden Seiten. Selbst der Überkanzler Kohl soll jetzt also ein charismatischer Führer gewesen sein, der gut "kommunizierte". Der hat in seiner Art seine Wähler*innen korrekt angesprochen und hatte den Laden im Griff und den richtigen politischen Kompass an ein paar entscheidenden Stellen. Aber der war medial oft auch ein Tölpel wie Merz.
Das ist alles nur noch schwer zu ertragen, diese Polemik, die nur der Polarisierung und am Ende Destabilisierung hilft.

Auf mich wirkte das, was mein Vorredner schrieb, wie ein Echo aus der Bild. Die hat zwar immer weniger Auflage aber noch immer (zu) viel Einfluss. Und sie war auch maßgeblich daran beteiligt, die Ampelkoalition sturmreif zu schießen.

Was die Ampel angeht, die war bei weitem nicht perfekt aber auch weit entfernt davon, grottenschlecht zu sein. Man darf beispielsweise nicht vergessen, dass eigentlich so gut wie alle Experten nach dem russischen Überfall auf die Ukraine und dem Stopp der Gasversorgung von dort den wirtschaftlichen Absturz vorhergesagt hatte. Dass es dazu nicht kam, ist auch der damaligen Regierung zu verdanken.

Was für die Ampel gilt, gilt auch für Robert Habeck. Der war Ziel einer Medienkampagne, wie es sie seit Jahrzehnten nicht gegeben hatte. Alles an ihm sollte schlecht gemacht werden. Aber er war als Minister auch nicht perfekt. Ein Bekannter meines Bruders beispielsweise, der bis zum Zusammenbruch im Bereich der deutschen Photovoltaikindustrie tätig war, hatte ein Unternehmen gegründet, das Wasserstoff produzieren wollte. Bund und EU hatten ein Programm aufgelegt, das Pilotanlagen initiieren sollte. Dazu gab es einen vorgegebenen Preiskorridor für den erzeugten Wasserstoff. Bis Habeck plötzlich andere, niedrigere Zahlen heraushaute, wieso auch immer. Das führte dazu, dass die Anlagen nicht mehr kostendeckend betrieben werden konnten, die Finanzierung brach zusammen, der Bekannte meines Bruders verlor eine größere Summe, die er persönlich investiert hatte. Die Pilotanlagen gibt es bis heute nicht.

Im Wirtschaftsministerium hatte Wolfgang Habeck zudem Personen eingestellt, die als "Hyperoptimierer" galten. Die haben dann beispielsweise propagiert, man müsse einen Altbau, bei dem eine Wärmepumpe eingebaut werden sollte, vorher quasi auf Neubaustandard dämmen. Aber so etwas verschlingt riesige Summen. Beseitigt man stattdessen nur die Schwachstellen, dann kostet das nur einen Bruchteil.

Diese Leute setzten zudem auch voll auf die Kooperation mit Großunternehmen, vor allem bei der Energieerzeugung. Die "Kleinen", die die Energiewende von Anfang an getragen hatten, blieben außen vor.


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