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Kann Merz noch die Kurve kriegen? (Politik)

Scherben, Kiel, Montag, 07.09.2026, 11:52 (vor 12 Stunden, 15 Minuten) @ Litze80

Ich finde diese Diskussion immer total wahnwitzig.

Wer nicht deutscher Staatsbürger ist und hier schwere Straftaten begeht, muss ausgewiesen werden, vollkommen egal, ob seine Bevölkerungsgruppe in irgendwelchen Statistiken deutlich überrepräsentiert ist oder nicht. Das hat doch nichts mit Statistiken zu tun. Wenn der Straftäter aus Curaçao kommt, muss er das Land genauso verlassen, wie derjenige, der, aus Syrien stammt.


Das mag man so sehen wollen, und trotzdem scheint mir als Mensch, der stets in Großstädten gelebt hat, das eigentliche Problem doch ein ganz anderes zu sein: Wir haben kein Problem mit Menschen aus anderen Ländern und auch kein Problem mit Menschen aus spezifischen anderen Ländern, wir haben -- wenn überhaupt -- ein Problem mit Segregation und Milieus. Da spielen aber verschiedene Effekte mit hinein, und z.B. beißt sich manchmal die Katze in den Schwanz, etwa wenn du mit gewissen Nachnamen keine Wohnungen in Stadtteil A kriegst, wohl aber in Stadtteil B, selbst wenn du da gar nicht wohnen willst. Das ist ja alles gut erforscht.

Und davon ab wirkt das halt immer auch wie ein künstlich aufgebauschtes Thema, damit man über Vermögensverteilung nicht spricht.


Das ist sicherlich alles richtig. Trotzdem sind diejenigen, die hier schwere Straftaten begehen, genau diejenigen, die die von die angesprochenen Vorurteile schüren. Und so falsch ich es finde, dass jemand eine Wohnung aufgrund seines Nachnamen nicht bekommt, rechtfertigt so etwas nicht, straffällig zu werden. Und bei schweren Straftaten ist dann der Punkt erreicht, wo man sein Bleiberecht verwirkt hat.

Ich werde Dir da auch nicht widersprechen.

Was mich immer bloß wundert und auch ärgert, ist der Scheinwerfer auf dieses Thema immer dann, wenn irgendwas Schlimmes passiert. Und dann nicht mit dem Ziel und dem Blickwinkel, das Schlimme zukünftig zu verhindern, sondern mit einer "Aus den Augen, aus dem Sinn"-Mentalität, bei der man genau weiß, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis wieder etwas passiert.

Natürlich ist es mit Verteilungsfragen allein auch nicht getan, nur schaue ich mir dann immer die Klassenkamerad*innen meiner Kinder an, von denen viele eben aus Familien stammen, die seit 10 Jahren oder so in Deutschland sind. Diese Kinder sprechen super Deutsch, die Eltern sind total lieb und nett, und trotzdem weiß ich, dass meine Kinder in diese Gesellschaft allein aufgrund ihrer Namen und ihrer Eltern unendlich viel mehr Chancen haben werden.


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