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Reallohnindex berücksichtigt keine Medianbetrachtung (Politik)

FourrierTrans, Freistaat Sauerland, Freitag, 03.04.2026, 11:15 (vor 7 Stunden, 43 Minuten) @ markus

Wer ernsthaft das Wort Neid in solchen Diskussionen verwendet lebt aber auch in einer anderen Realität. Sei dir wirklich gegönnt, aber ist ein Schlag in die Fresse für Menschen die jeden Cent umdrehen müssen.
Ich finde das ziemlich Respektlos. Und ja ich weiß wer hier teilweise der Ton von deinen Diskussionspartnern ist, einige von denen muss man auch nicht zwingend für voll nehmen.


Der Vorredner ist als Ingenieur großer Profiteur ungleicher Bezahlung und muss keineswegs jeden Cent zweimal umdrehen.
Wie willst du „solche Diskussionen“ denn sonst bezeichnen, in denen es Top 10% Verdiener darum geht, ein möglichst düsteres Szenario für Deutschland zu malen, weil sie gerne noch mehr hätten?


Ich will nicht noch mehr. Ich könnte mittlerweile auch ohne Job oder mit Teilzeit.
Ich weiß aber, dass es 90% der Menschen schlechter und 60% der Menschen drastisch schlechter geht und ich wünsche mir, dass auch Kinder und Enkelkinder in einem gemäßigten Land leben können. So wird das aber schwer und das zeigt ohne jede Frage die politische Entwicklung seit 2000. Es wird kein Zufall sein, dass steigende Chancen- und Vermögensungleichheit mit genau diesen Verwerfungen in der politischen Landschaft einhergehen. Wer das nicht erkennen will, der muss es halt noch mal durchleiden.


Ich halte es für sehr gefährlich und der AfD voll in die Karten spielend, immer wieder den Untergang des Landes heraufzubeschwören. Du lieferst keine Quellen. Das Maximum sind gefühlte Wahrheiten auf Basis von Umfragen.

Im Jahr 2000 ging es der Unter- und Mittelschicht keineswegs besser. Die Löhne waren niedriger, die Arbeitslosigkeit deutlich höher, es gab keinen Mindestlohn, kurz darauf eine unregulierte Arbeitnehmerüberlassung, viele junge Menschen ohne Ausbildungsmöglichkeit, da es weniger Plätze als Schulabgänger gab. Wer ernsthaft zurück ins Jahr 2000 will, hat den Schuss nicht gehört. Es gab natürlich einzelne Bereiche, die besser dastanden als heute. Aber wir reden hier vom großen Ganzen, nicht von Einzelfällen.

Mitnichten. Machen wir es einfach, bevor wir hier ständig irgendwelche Parameter umherwerfen, die rein gar nichts über die Mitte der Gesellschaft aussagen.

Einkommens-Gini BRD:

- 0,26/0,27 Ende der 90er Jahre, dann in Deutschland laut OECD mit stärkstem Anstieg im gesamten Euro-Raum in den Jahren 2000-2010, jetzt aktuell bei knapp 0,3.

--> Einkommens-Gleichheit ist massiv verschlechtert seitdem, insbesondere für kleine und mittlere Gehälter, zu Gunsten von Top-Gehältern

--> "Im Jahr 1999 setzte dann ein rasanter Anstieg ein: Bis zum Jahr 2007 erhöhte sich der Koeffizient von 0,248 Punkten auf über 0,29...Mitte der 2000er kam der enorme Anstieg der Einkommensungleichheit zu einem Ende. Zunächst ging der Gini-Koeffizient bis zum Jahr 2009 leicht auf 0,281 zurück, verharrte jedoch deutlich oberhalb des Niveaus der 1990er Jahre. Seitdem ist wieder ein Anstieg zu beobachten, der wellenförmig verläuft. Im Jahr 2019 erreichte der Gini-Koeffizient mit einem Wert von fast 0,3 einen neuen Höchstwert."

https://www.wsi.de/de/verteilungsbericht-2022-30037-gini-koeffizient-30069.htm

https://sozialstrukturanalysen.de/entwicklung-der-gini-indices/

Vermögens-Gini BRD:

- 0,777 um die 2000er Jahre, bis 0,8 in den 2010er Jahren, jetzt ungefähr bei 0,79

--> ist eine der höchsten Vermögens-Ginis im gesamten Euro-Raum

https://www.bpb.de/themen/wirtschaft/wirtschaftspolitik/556709/wieso-ist-das-vermoegen-in-deutschland-so-ungleich-verteilt/

https://econtribute.de/wp-content/uploads/ECONtribute_Die_Verteilung_der_Vermoegen_german_summary.pdf

Fazit: das mag sich für Top-Verdiener wie dich und mich anders anfühlen, die verächtlich auf mittlere Einkommen blicken und Ratschläge wie "dann kauf halt ein Netflix-Abo weniger" zum Besten geben, aber die Realität ist das für einen zunehmenden großen Teil der Gesellschaft nicht.


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