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Nein (BVB)

Nietzsche, Mittwoch, 08.07.2020, 11:02 (vor 2278 Tagen) @ Nolte

tl;dr: Ein Verein hat überwiegend männliche Mitglieder. Die Mehrzahl der vergleichsweise wenigen weiblichen Mitglieder weisen darauf hin, dass der Verein ein frauenverachtendes Logo führt. Die Mehrzahl der Männer sagt „Stimmt nicht!“ oder „Interessiert mich nicht!“. Es kommt zur Abstimmung. Das Logo wird nicht geändert. Und das ist für dich so in Ordnung? Echt jetzt?

Wie ich bereits fragte: Was ist Dein Alternativplan?

Nein. Die Begründung muss nicht Diskriminierung lauten. Die Begründung kann einfach lauten, dass sie zu einem Thema mehr Expertise oder eine besonders ernstzunehmende Sichtweise besitzen.

Also Männer sollen sich zurückhalten, weil Frauen mehr Expertise oder eine besonders ernstzunehmende Sichtweise zum Thema Damenmannschaft haben.
Ist das so? Das Thema ist vielschichtig, wie man ja an der Diskussion erkennen kann. Was macht das mit anderen Vereinen, welche Auswirkungen hat das auf die Handballmannschaft, wären wir dann ein Leipzig im Bereich Damenfußball usw.
Und zu all diesen Aspekten sollen Männer jetzt mal nichts sagen, weil die Frauen dazu besondere Einsichten haben, einfach weil sie Frauen sind?
Das klingt nicht überzeugend. Vor allem sehe ich nicht, weshalb Männer sich zurücknehmen sollten, selbst wenn es einzelne Aspekte geben sollte, die Frauen besser beurteilen können.

Zu COVID werden Virologen vermehrt gehört. Die waren vorher kaum medial vertreten, heute dagegen hört ihnen jeder zu. Lag das daran, dass sie diskriminiert werden, oder eher daran, dass sie Einsichten beisteuern können, die anderen verborgen bleiben?

Es ist natürlich richtig, dass Experten auf ihrem Gebiet besondere Beachtung finden. Aber allen Frauen einfach kraft Geschlecht zu Experten für Frauenfußball zu machen, geht etwas weit.
Oder anders gesagt: Dann müssen die Frauen sich aber auch zurücknehmen, wenn es um Herrenfußball geht. Denn da haben ja dann die Männer eine besondere Expertise.

Stell Dir mal vor, hier würde jemand genau dasselbe für Männer vorschlagen. Die Frauen sollten sich zurückhalten, wenn es um die erste Mannschaft geht, die Bundesliga, die Nationalmannschaft der Herren usw. weil wir Männer da einfach die bessere Expertise haben.

Das Beispiel ist unzulässig. Wenn Gruppe 1 über Gruppe 2 abstimmt, ohne dass Gruppe 2 auch stimmen darf, haben wir eine völlig andere Situation!


Wäre die Situation so anders, wenn man für diese Abstimmungen etwa 10% der Frauen ein Stimmrecht gegeben hätte?

Nein, das Beispiel wäre immer noch unzulässig, weil eine Gruppe über eine andere bestimmt, ohne dass sie den ihr zustehenden Einfluss hat.
Wenn jeder eine Stimme hat und eine Gruppe in der Mehrheit ist, dann hat sie die Macht, zu bestimmen. Das ist in einer demokratischen Struktur so.

Nein, hast du nicht. Ich sage: ‚Hören wir uns erstmal an, was Frauen zu sagen haben.‘ Du sagst: ‚Männer sollen ihre Meinung äußern, wann und wie sie wollen.‘ Ich habe deine Aussage in keiner Weise falsch dargestellt.

Wo ist denn da ein Problem? Alle hören allen zu, alle dürfen ihre Meinung frei und ungehindert vortragen.
Nur weil ich mich nicht in meinem Recht einschränken lassen will, meine Argumente vortragen zu dürfen, habe ich dich nicht automatisch einen Hörschaden.
Du verbindest da zwei Sachen, die völlig unabhängig voneinander sind.

Alle (Frauen, Männer, Minderheiten, Mehrheiten - alle halt) sollen sich frei und ungehindert äußern dürfen und sollen allen anderen zuhören.
Sollten wir Männer uns also zurückhalten? Nein, sollten wir nicht.


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