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[Umwelt] Hambacher Forst wird geräumt (Sonstiges)

Ulrich @, Freitag, 14. September 2018, 09:08 (vor 9 Tagen) @ hanno29


Klimaschutz, Recht auf eine gesunde Umwelt...komm egal.


...die SPD hätte genauso gehandelt, handeln müssen, darum regen die sich auch nicht darüber auf, weil es scheinheilig wäre.

Die NRW-SPD hätte leider in der Tat genau so gehandelt, was die Energiepolitik angeht ist sie um es vorsichtig auszudrücken "fossil". Aber hätte sie genau so handeln müssen? Ich glaube nicht.

Die wirtschaftliche Bedeutung der Braunkohle wird in der Politik meiner Meinung nach deutlich überschätzt. Vor gut einem Jahr hingen an der Braunkohle bundesweit noch etwa 20.000 Jobs. Das ist keineswegs viel, und wenn von heute auf morgen alle Braunkohlekraftwerke abgeschaltet werden würden blieben trotzdem noch viele dieser Arbeitsplätze über Jahrzehnte erhalten. Die Tagebaue beispielsweise müssen gesichert, umgestaltet und renaturiert werden, die Kraftwerke und die sonstige Infrastruktur zurück gebaut. Und im Rheinland ist die Situation auf dem Arbeitsmarkt so gut dass die Mitarbeiter die nicht mehr weiter beschäftigt würden wohl problemlos neue Jobs fänden. Anders sieht es eventuell in den ostdeutschen Braunkohlerevieren aus. Da hat man es versäumt rechtzeitig Alternativen zu entwickeln. Und zumindest in Brandenburg steht da in erster Linie die SPD in der Verantwortung. Zudem ist die Braunkohle in Ostdeutschland in der Hand einer "Heuschrecke" mit höchst problematischem Ruf. Lohnt sich die Stromproduktion dort nicht mehr, dann könnte es passieren dass der ganze Laden "hoch geht" und man am Ende verstellt dass die eigentlich für Renaturierung, etc. vorgesehene Rücklagen plötzlich "weg" sind und die Bundesländer auf Kosten in Milliardenhöhe sitzen bleiben.

Braunkohle ist der fossile Brennstoff mit den höchsten spezifischen CO-2-Emissionen, der Wirkungsgrad der Kraftwerke ist prinzipbedingt u.a. wegen der nassen Braunkohle deutlich schlechter als der von Steinkohle- oder gar von GuD- oder Gasturbinenkraftwerken. Dazu kommt dass die Kraftwerke von denen wir reden in der Regel sehr alt sind. Neben CO2 stoßen sie trotz Entstaubung, Entstickung und Entschwefelung jede Menge Schadstoffe aus. Rein rechtlich könnte man sie deshalb problemlos stilllegen ohne Schadensersatzansprüche fürchten zu müssen.

In der Vergangenheit lohnte es sich für die Stromkonzerne moderne, effiziente Gasturbinenkraftwerke stillzulegen und statt dessen die Braunkohle-Dinosaurier durchlaufen zu lassen. Im Augenblick scheint sich das aber zu ändern. Die für den Betrieb von fossilen Kraftwerken notwendigen CO2-Zertifikate sind im Preis deutlich gestiegen. Dies macht die mit sehr hohen CO2-Emissionen belastete Stromerzeugung aus Braunkohle deutlich teurer, plötzlich sind die zudem deutlich flexibleren Gaskraftwerke wieder konkurrenzfähig. Die Experten streiten aber darüber wie sich der Preis in den nächsten Jahren weiter entwickeln könnte. Das eine Lager geht davon aus dass sich der Preisanstieg fortsetzen wird, das andere vermutet eher dass sich viele Unternehmen im Augenblick auf Vorrat mit Zertifikaten eindecken und die Nachfrage deshalb in den nächsten Jahren zunächst wieder zurückgehen könnte was zu wieder sinkenden Preisen führen würde.


Dass man heutzutage überhaupt noch in dem Ausmaß mit Kohle Strom erzeugen darf, dafür tragen die Genossen auch ihren großen Anteil, statts sich frühzeitig dem Strukturwandel zu stellen, hatten sie Angst, Wählerstimmen zu verlieren. Dass die Energierkonzerne das nun ausnutzen, ist deren Recht, gibt ja schließlich Verträge

Was den ersten Punkt angeht gebe ich Dir recht. Was aber die Verträge angeht, so kommt es da auf die Details an. Bei neueren Kraftwerken könnten die Stromerzeuger wohl Schadensersatzansprüche geltend machen. Bei alten, abgeschriebenen Anlagen sieht das aber wohl ganz anders aus.

 

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