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„Eine CDU, die anfängt zu definieren, wer normal ist + wer nicht, wer deutsch ist + wer nicht (Sonstiges)

FourrierTrans, Freistaat Sauerland, Freitag, 08.09.2023, 17:50 (vor 863 Tagen) @ Habakuk
bearbeitet von FourrierTrans, Freitag, 08.09.2023, 18:06

Du solltest dich mal mit dem Frust im Osten beschäftigen.


Zum einen beschäftige ich mich gern auch mal mit den Ursachen des Frustes. In diesem Zusammenhang sollte man nicht ganz vergessen, dass die Menschen in den Neuen Bundesländern 1990 von einem großgewachsenen Pfälzer ("Er ist nicht dick", wie Asterix sagen würde) nach Strich und Faden verarscht wurden. Remember "Blühende Landschaften".

Wir sollten das nicht auf eine Personengruppe innerhalb der alten Bundesländer schieben. Da haben sich alle nicht mit Ruhm bekleckert.

Zum anderen fehlt mir immer noch eine vernünftige Erklärung dafür, warum jemand, der mit der "Gesamtsituation" unzufrieden ist, seine Hoffnungen ausgerechnet auf eine hirnlose, offen rechtsradikale Populistenpartei setzt, die außer der Negierung der Naturgesetze und dem Wunsch, Zeiten wie vor 1990 wieder aufleben zu lassen, eigentlich keine politischen Inhalte hat.

Man kann sich gern mit dem Frust der Menschen beschäftigen. Wenn die Frustbewältigung aber darin bestehen soll, anderen Leuten in den Garten zu kacken, dann ist das aus meiner Sicht eher eine suboptimale Lösung.

Das ist halt der Denkfehler, der bei den Deutschen einfach nicht ankommen will, obwohl wir die Blaupause in den USA schon gesehen haben. Ich versuche das mal wertfrei zu beschreiben.

Es geht nicht darum, dass diese "Alternativen" keine Lösung anbieten. Das ist den meisten sogar bewusst. Es geht darum, dass schon seit geraumer Zeit die Mitte und die sozial Schwachen in dieser Gesellschaft einen stetigen Wohlstandsverlust hinnehmen müssen. Und das nicht erst seit Corona. Eine zunehmend große Gruppe von Menschen aus diesem sehr heterogenen Spektrum hat keine Hoffnung mehr auf ein besseres Leben, die Erwartungen an den Staat und die Gesellschaft gehen zunehmend gegen Null. Parallel dazu werden Themen medial in starker Präsenz etabliert, die aus der Sicht dieser Menschen im Grunde ein Hohn sind, gegenüber deren Lebenslage. Zum Beispiel Gendern. Und diese Gruppe von Menschen lebt seit dem Aufstieg der AfD getreu dem Motto "wenn ich untergehe, nehme ich euch mit". Das gleiche Muster sieht man bei den Trump-Wählern. Dabei wäre eine Bier-Partei, die es sich zur Aufgabe machen würde, dass überall und jeder Bier trinken muss/darf, genauso erfolgreich, wenn diese eben ebenfalls eine minimale Chance hätte, einen prozentmäßig ernsthaften Gegenpol zu "allem anderen was bisher da ist" zu bilden.


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