schwatzgelb.de das Fanzine rund um Borussia Dortmund
A- A+
schwatzgelb.de das Fanzine rund um Borussia Dortmund
Startseite | FAQ | schwatzgelb.de unterstützen
Login | Registrieren

Der Staat ist in erster Linie überlastet. (Sonstiges)

markus, Freitag, 18.08.2023, 14:39 (vor 885 Tagen) @ Davja89

Wir haben ein entscheidendes Problem:

Sehr viel Infrastruktur in diesem Bereich kommt aus der Phase 1946 bis 1965.
Vorher wurde alles in Schutt gebombt. Das hat man danach dann relativ Zeitnah wieder aufgebaut. Wirtschaftswunder als Stichwort.

Das heisst viel Infrastruktur ist von der Grundsubstanz aus diesen Jahren und wird damit aktuell 60 bis 70 Jahre alt.
Das ist ein Unterschied beispielweise zu anderen europäischen Ländern wo man nicht dermaßen zerstört wurde. Die haben deutlich mehr Mischung. Müssen also seit Jahrzehnten konstanter investieren. Haben dafür dann aber nicht schlagartig diesen Stau.
Dafür musste in Deutschland in den 80er und noch in den 90er Verhältnis wenig Bestand erneuert werden.
Dafür kommt jetzt langsam sehr viel gleichzeitig.
Brücken sind dabei ein sehr gutes Beispiel weil dieses fast flächendeckend im Krieg zerstört wurden und auch als erstes wieder aufgebaut wurden.

Das war in etwa ein O Ton eines Expertens zum Thema. Finde das Interview aktuell leider nicht mehr.

Das wäre aber etwas was eine Poltik im Zeitraum 2006 bis 2019 durchaus hätte antizipieren können und entsprechend Vorleistung betreiben können.

Also in etwa der Vergleich von einer Privaten Immobilie:

Kaufe ich Gebraucht aus BJ 1986 habe ich warscheinlich beim Kauf nur ein paar Sachen zu machen, muss dann danach aber im 5 bis 10 Jahrestakt kontinuierlich nachinvestieren.
Irgendwann ist das Bad dran, 10 Jahre später eventuell das Dach usw.

Baue ich 2023 neu hab ich danach wohl erstmal 20 bis 30 Jahre ruhe bis auf kleinere Reparaturen. 2043 oder 2053 kommen dann aber durchaus sehr viele Dinge gleichzeitig. Ein Bad , eine Küche oder die Elektrik sind ja nich für immer ausgelegt. Da wäre es dann klug wenn ich als Besitzer oder eventuelle Erben das in Hinherkopf haben und sich entsprechend vorbereitete hätten.

Wie viele Privathaushalte derartige Dinge nicht im Hinterkopf haben, sieht man allerdings an der Debatte zu den Wärmepumpen. Da ist doch kaum jemand bereit, den Tatsachen ins Auge zu sehen. Am besten läuft die 25 Jahre alte Gasheizung noch einmal 20 Jahre weiter. Und das ist sicherlich ein deutlich wichtigeres Thema als neue Autobahnbrücken.

Und ähnlich wie im Privaten gibt es auch im Bund ein Haushaltsbudget, welches auf die unterschiedlichen Posten verteilt werden. Wenn du nun einen höheren Anteil des Budgets in den Verkehr steckst, musst du es woanders kürzen. Viel Spaß bei den Diskussionen, denn die meisten anderen Posten erscheinen mir deutlich wichtiger zu sein als das Straßennetz.

Und: ca 9% des Bundeshaushalts sind Zinszahlungen. Das ist der viertgrößte Posten und eine Menge Geld, die woanders fehlt. Neue Schulden würden diesen Posten zukünftig vergrößern. Hier gibt es eine Übersicht dazu:

https://www.bundeshaushalt.de/DE/Bundeshaushalt-digital/bundeshaushalt-digital.html


Antworten auf diesen Eintrag:



gesamter Thread:


1525510 Einträge in 16392 Threads, 14355 registrierte Benutzer Forumszeit: 19.01.2026, 05:27
RSS Einträge  RSS Threads | Kontakt | Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung | Forumsregeln