Willkommen im BVB-Forum

Risikoland Deutschland (BVB)

Wickiborusse, Dortmund, Samstag, 14.03.2020, 22:26 (vor 2373 Tagen) @ Lattenknaller
bearbeitet von Wickiborusse, Samstag, 14.03.2020, 22:32

Wenn du das glaubst, unterliegst du einem Irrtum. Wenn du dir mal die Geschichte der Pest anlesen würdest, würdest du erfahren, dass insbesondere Abgrenzungsmaßnahmen etwas bewirkt haben. Polen wurde 1347/48 als eines der wenigen Länder nicht vom Schwarzen Tod betroffen, da die Grenzen frühzeitig vom polnischen König dichtgemacht wurden.
Da gibt es noch viele Beispiele in der Pesthistorie, die aufzeigen, dass Grenzschließungen ordentliche und sinnvolle Maßnahmen waren.


Die Argumentation hinkt aber ein bisschen, die Globalisierung war 1347 noch nicht so weit fortgeschritten und die Flugbewegungen (außer Flugdrachen) nicht so intensiv......

Da soll es Leute gegeben haben, die kamen ihr ganzes Leben lang keine 20, 30 Kilometer von dem Elternhaus weg, in dem sie geboren wurden. Pferd und Kutsche waren was für die "Besserverdienenden", der Rest hatte seine zwei hoffentlich gesunden Beine.

War wohl so. Trotzdem ist die Pest für damalige Verhältnisse mit atemberaubender Geschwindigkeit fortgeschritten und hat an der geschlossenen Grenze halt gemacht.
Wenn wir jetzt mal von den Flugdrachen absehen, zeigt die Historie doch ganz deutlich, dass Restriktionsmassnahmen, zu denen auch Einschränkungen der Mobilität gehören, etwas bringen.


Ja, aber meines Wissens wurde die Pest vorrangig durch Flöhe von Nagern übertragen.
In den Städten dann auch von Mensch zu Mensch.

Einreiseverbote bringen aber nicht viel, wenn der Virus schon vor Ort ist.
Das war jetzt ja der Fall. Das Ding verbreitet sich innerhalb der lokalen Bevölkerung, weshalb die soziale Distanzierung eben so wichtig ist.

Natürlich ist soziale Distanzierung wichtig und der Virus schon vor Ort. Ohne Mobilitätseinschränkung werden die Verbreitungsströme aber immer grösser. Lokal sind sie eher handhabbar.
Aber zurück zur Pest. Die Verbreitung damals war hauptsächlich an die Mobilität gebunden. Die Flöhe wurden hauptsächlich durch Kleidung und Textilhandelswaren verbreitet. Und da sind wir wieder beim Handel und damit der Mobilität. Die Pest sprang oft durch Händler oder Handelsschiffe über.
Am Beispiel der Pest in Norwegen (die extrem gut und in Einzelheiten nachvollziehbar ist, da damalige Aufzeichnungen nie durch Kriege zerstört wurden] ist bewiesen, dass die Pest durch Mobilität der Menschen ihre Verbreitung bekam.
Starb ein Mensch oder eine Familie auf ihrem Hof an der Pest, kamen die Nachbarn und Verwandten von entfernteren Höfen und hielten Totenwache und verteilten den Hausrat, also auch die Kleidung. Das war damals normal und üblich. Den Rest kannst du dir denken.


Antworten auf diesen Eintrag:



gesamter Thread: