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Fluegelflitzer, Göttingen, Freitag, 02.03.2018, 15:23 (vor 2862 Tagen) @ Sascha

Das ist doch ein logischer Fehlschluss, der nur aus der Perspektive eines Gläubigen funktioniert. Man glaubt an etwas nicht-belegbares und fordert dann die Skeptiker auf, es doch zu belegen, dass etwas nicht belegbares nicht belegt werden kann.

Ein bekanntes Beispiel hat Bertrand Russell geliefert, auf das ich einfach mal in seinem Original verweise, weil mir natürlich die Brillanz dieses großen Philosophen abgeht:

„Viele Orthodoxe tun so, als ob es Aufgabe der Skeptiker wäre, die vorgegebenen Dogmen zu widerlegen, anstatt die der Dogmatiker, sie zu beweisen. Das ist natürlich ein Fehler. Wenn ich behaupten würde, dass es zwischen Erde und Mars eine Teekanne aus Porzellan gäbe, die auf einer elliptischen Bahn um die Sonne kreise, so könnte niemand meine Behauptung widerlegen, vorausgesetzt, ich würde vorsichtshalber hinzufügen, dass diese Kanne zu klein sei, um selbst von unseren leistungsfähigsten Teleskopen entdeckt werden zu können. Aber wenn ich nun daherginge und sagte, da meine Behauptung nicht zu widerlegen sei, sei es eine unerträgliche Anmaßung menschlicher Vernunft, diese anzuzweifeln, dann könnte man zu Recht annehmen, ich würde Unsinn erzählen. Wenn jedoch in antiken Büchern die Existenz einer solchen Teekanne bekräftigt würde, dies jeden Sonntag als heilige Wahrheit gelehrt und in die Köpfe der Kinder in der Schule eingeimpft würde, dann würde das Anzweifeln ihrer Existenz zu einem Zeichen von Normverletzung werden. Es würde dem Zweifler in einem aufgeklärten Zeitalter die Aufmerksamkeit eines Psychiaters oder, in einem früheren Zeitalter, die Aufmerksamkeit eines Inquisitors einbringen.“[Is There a God?, 1952]


Ohne jetzt selber Gläubig zu sein, passt dieses Beispiel für mich nicht. Wenn man immer weiter zurück geht, kommt man an einen Punkt, an dem aus Nichts ein Etwas (noch nicht Leben) wurde. An diesem Punkt ist die Rückführung der Geschichte auf eine Gottheit mit einem Plan genau so sinnvoll wie andere. Nimmt man dann Gott aus der Gleichung, funktioniert sie nicht mehr. Die Teekanne kann man in jeder Vision aus der Geschichte nehmen, ohne dass es irgendeinen Einfluss auf irgendwas hat.

Aus nichts kann nichts entstehen.


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