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Falls Nmecha bei uns bleibt (WM / EM / Olympische Spiele aktuell)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Sonntag, 21.06.2026, 20:34 (vor 8 Stunden, 23 Minuten) @ Eisen

Als ich noch jung, was unser Spielmacher Andy Möller und trug die Nummer 10…

Das mit der Nr. 10 und dem ‚Spielmacher‘ halte ich persönlich für eine der größten Fehlbezeichnungen im Fußball.

Um das Spiel ‚machen‘ zu können, muss man das Spiel vor sich haben. Das geht nur aus eine tieferen Position heraus. Nicht von ungefähr spricht man heute gerne von einem ‚tiefen Spielmacher‘ und meistens befindet sich dieser auf der 6er/8er-Position. Beim BVB hatten wir eine zeitlang sogar die Situation, dass Hummels aus der Innenverteidigerposition unser Spiel ‚machte‘.

Von der zentralen offensiven Mittelfeldposition aus kannst du die entscheidenden Offensivpässe spielen, aber nicht das Spiel bestimmen.

Die Rückennummer 10 resultierte aus dem früheren WM-System, als dem linken Halbstürmer diese Nummer zugewiesen wurde und dem rechten die 8. Fritz Walter trug übrigens 1954 die 8.

Dass der 10 dann eine besondere Bedeutung zugewiesen wurde, lag am jungen Pelé. Die Brasilianer traten mit einem für Europäer ungewohnten 4-2-4 - System an. Zum einen waren es ungarische Trainer, die dieses System in den 50ern nach Brasilien brachten. Zum anderen waren die Brasilianer immer darauf bedacht, alle gefährlichen Stürmer aufzubieten. Sonst wäre es für den jeweiligen Nationaltrainer sehr schwierig geworden in diesem fußballverrückten Land. Und wenn es vier waren, dann spielten die auch.

Nichtsdestotrotz fanden die Trainer immer Wege der taktischen Differenzierung. So spielte Zagallo nicht nur als Linksaußen, sondern wurde quasi als erster Wingback der Fußballgeschichte eingesetzt. Der meterte die linke Linie herauf und herunter und war jeweils dort wo er gebraucht wurde. Den 17 jährigen Pelé zog man ein klein wenig aus der Angriffsreihe zurück; nicht ganz, aber annähernd in die linke Halbstürmerposition, also auf die damalige 10er-Position. Von dort aus konnte er seine phänomenalen Dribblings starten, seine offensiven Mitspieler mit Pässen einsetzen oder dem Rückraum Tore erzielen. Daraus wurde dann die Nr. 10 als ‚Spielmacher‘.

Wobei der Spielmacher der brasilianischen Weltmeisterelf von 1958 Didi war. Das Mittelfeld hatten die Brasilianer mit zwei Spielern besetzt. Der eine war für die Abschirmung der eigenen Viererdefensivreihe und die Sicherung des eigenen defeniven Mittelfeldes zuständig (wenn man so will ein ‚klassischer‘ 6er), der andere für den Spielaufbau und die Organisation des eigenen Offensivspiels. Und das von einer tieferen 8er-Position heraus.

Aktuell ist in der Tat Nmecha sowohl ‚Spielmacher‘ beim BVB, als auch in der Nationalelf.


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