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Aki Watzke, mit dem Leo-Baeck-Preis ausgezeichnet, (BVB)

stfn84, Köln, Dienstag, 04.02.2025, 20:06 (vor 373 Tagen) @ fabian 1909

Dir kann meine Analyse ja gerne zu einfach sein.
Was ich meinte war:
Das Thema Asylpolitik wird auf europäischer Ebene seit 2015 links liegen gelassen. Dahingehend, dass sich auch Deutschland einer fairen und einigermaßen gleichen Verteilung von Asylbewerber*innen und deren Betreuung während Verfahren verschlossen hat. Man hat lieber Deals geschlossen, mit der Türkei oder afrikanischen Staaten und ansonsten die Südeuropäer eben gerne allein gelassen.

Natürlich geht es gerade in diesem Wahlkampf nicht nur um Migration.
Es geht auch um die seit Jahren schwächelnde deutsche Wirtschaft. Die Opposition hat es in dieser Legislaturperiode geschafft, dass man die Grünen entzaubert hat. Das lag auch an Populismus, aber auch an zahlreichen handwerklichen Fehlern der Grünen und deren Minister. Die Polarisierung hat in diesem Wahlkampf zugenommen.
Und es gab eben zwei schlimme Anschläge - einen davon auf Kleinkinder - von psychisch kranken Einzeltätern. Das bewegt eben offensichtlich eine Vielzahl von Bürgern in Deutschland. Auch, weil dahingehend die Asylpolitik scheiterte, da man zu wenig Kapazität für die psychologische Betreuung Geflüchteter und die Umsetzung der aktuellen Gesetze hat.

Und natürlich ist das Thema Migration und Asyl eben ein elementares, für einen Großteil in der Bevölkerung.
Eine Umfrage kann dies ggf. etwas mehr verdeutlichen:

Die These "Deutschland sollte weniger Flüchtlinge aufnehmen" hatte in der Vergangenheit die nachstehenden Zustimmungswert:
Januar 2015: 21%
Juli 2015: 38%
September 2015: 33%
Januar 2020: 40%
Mai 2023: 52 %
Januar 2025: 68%

Selbst bei SPD Wählern ist mittlerweile (in Umfragen) die Hälfte der Befragten dafür, dass Asylbewerber ohne gültige Einreisepapiere bereits an der Grenze abgewiesen werden.

In meinem Kölner Viertel findet Migration nahezu nicht sichtbar statt. Außerdem ist man als aus NRW stammender Städter viel mehr Austausch mit ausländisch (aussehenden) Mitbürgern gewohnt. Wenn ich also in Köln 10.000 Asylbewerber hier rumlaufen habe, ist das deutlich weniger schlimm für die Lebensrealität der Menschen, als wenn man in einer Kleinstadt ein paar Hundert Menschen unterbringt.
Akademische Sichtweisen (Deutschland braucht Zuwanderung, qualifiziert aber auch für geringqualifizierte Berufsfelder) helfen da wenig. Nur weil es in meiner Bubble kein Problem ist, ist es nicht für den Großteil der Bevölkerung ok. Da traue ich Dir schon etwas mehr Weitsicht zu.

Die AfD wurde in all den Jahren maximal situativ versucht inhaltlich zu stellen. Die AfD muss nur laut genug brüllen und schon fallen sie alle tölpelhaft um; egal ob es sich um die Medien oder die Politik handelt. Ich denke, dass das - in Verbindung mit einem der wichtigsten Wahlkampfthemen 2025 - sowie das Verkeilen der Parteien "der Mitte" den Aufstieg der AfD beflügelt haben. Deutlich mehr als das vermeintliche Hinterherhecheln.

Ja, 2021 hat die AfD Stimmen verloren. Auch, weil es in Corona-Zeiten eben deutlich weniger Probleme rund um das Thema Asyl gab.


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