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Präzision und Konzentration (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Sonntag, 29.09.2019, 03:12 (vor 2430 Tagen) @ Redaktion schwatzgelb.de

Das Spiel habe ich u.a. mit einigen befreundeten Werderanhängern gesehen. Das ist immer recht lustig, wobei nach Abpfiff die anderen doch etwas mehr Grund zum Lachen hatten... ;-)

Aber ohne Flachs, ganz so verärgert wie wahrscheinlich die allermeisten hier bin ich gar nicht. Das Ergebnis ist ärgerlich, zumal nach dem Spiel in Frankfurt. Aber es gab aus meiner Sicht durchaus positive Aspekte in unserem Spiel, allerdings eben auch Mängel. Zu beidem später.

Zunächst einmal zu Werder. Wenn man deren Personalsituation berücksichtigt, dann haben die Bremer insgesamt ein diszipliniertes, teilweise überzeugendes Spiel mit einem für sie erfreulichen Ergebnis gezeigt. Die taktische Ausrichtung war schnell klar. Gegen den Ball (und das bedeutete ein Großteil des Spiels) agierten sie tief und kompakt stehend in einem 5-4-1. Die Räume in deren Defensivdrittel wurden verdichtet und zugelaufen und durch konzentriertes ballorientiertes Verschieben wurde uns das Finden von Lücken schwer gemacht. Wenn man so will vom Grundsatz her eine sehr ähnliche Spielweise, wie sie nicht wenige Teams gegen uns praktizieren. Nuri nahm dabei als Quasi-Libero die Rolle des zentralen Defensivorganisators und gleichzeitig des Initiators des Aufbauspiels nach vorne ein. Er hat nach meiner Meinung ein sehr gutes Spiel gemacht.

Über Zweikämpfe, die insbesondere bei der Ballannahme unserer Spieler geführt wurden, versuchte man zu Ballgewinnen und aus diesen heraus zu Kontern zu kommen. Aus einer solchen Situation entstand auch das 0:1. Der heute nicht ganz so nicklige Klaassen attackierte Witsel (der allerdings auch unsauber angespielt worden war) bei dessen Ballannahme, eroberte den Ball, sah den freistehenden schnellen Rashica und erkannte den freien Raum vor diesem und spielte einen sehr klugen Pass auf seinen Mitspieler.

Auch wenn Werder die taktische Defensivausrichtung diszipliniert umsetzte, konnte man nicht verhindern, dass wir uns doch öfters die Räume erspielen konnten, die wir für das Herausspielen von Torchancen benötigen. Wobei bei den Toren zum Ausgleich und zur Führung die Defensivkopfballschwäche der Bremer mitverantwortlich war.

In der zweiten Halbzeit standen die Bremer etwas höher und erhöhten auch dadurch ihre Spielanteile. Da sie zurücklagen, mussten sie auch mehr Risiko eingehen. Sie kamen auch zu der einen oder anderen Chance, ließen aber auch in dieser Halbzeit mehr Chancen des Gegners zu als sie sich selbst erarbeiten konnten. Auch waren die Torchancen des BVB klarer. Den Ausgleich erzielten sie nach einer Ecke, wobei die nach wie vor bestehende Schwäche des BVB bei Defensivstandards mitverantwortlich war.

Was den BVB anbelangt, so hat man in der ersten Halbzeit mMn im Prinzip so gespielt, wie man gegen ein in dieser Art defensiv agierendes Team spielen muss. Man hat versucht, das Spiel schnell zu machen, zu rochieren, das Spiel zu verlagern, ständig Anspielstationen zu haben. Auch wenn Werder ihre Ausrichtung diszipliniert umgesetzt hat, konnte man sich so Räume schaffen und auch Torchancen kreieren. In der zweiten Halbzeit konnte der BVB sein Spiel (auch weil der Gegner etwas anders agierte) nicht mehr ganz auf dem Niveau halten. Kamm aber auch wieder zu Torchancen. Aber man ließ halt den Ausgleich zu und konnte seine eigenen Chancen nicht nutzen.

Vom prinzipiellen Spiel der Mannschaft her gesehen sehe ich keinen Grund, Kritik zu üben. Was allerdings nicht bedeutet, dass ich jenseits des Ergebnisses keinen Anlass sehen würde, eben doch Kritik zu üben. Es handelt sich dabei um nachstehend aufgeführte Punkte, die für mich ursächlich dafür sind, dass wir nur zwei Tore erzielt, aber dafür zwei Tore zugelassen haben. Und die auch in anderen Spielen auffällig sind.

Um gegen einen wie heute Werder spielenden Gegnerzu Torchancen zu kommen, müssen wir schnell spielen. D.h. Den Ball schnell laufen, zirkulieren lassen. In Verbindung mit der eigenen Bewegung schafft man so die nötigen Räume, die dann genutzt werden können. Wenn , ja wenn auch gleichzeitig präzise gespielt wird. Diese Präzision im schnellen Passspiel fehlt mir persönlich zu oft. Auffällig fand ich es nicht nur heute, dass es öfters gar nicht zu Torchancen kommt, obwohl diese möglich gewesen wären, weil wir zu unpräzise spielen. Technische Mängel sehe ich da weniger, aber durchaus zumindest phasenweise fehlende Konzentration. Gegen solche Teams muss man auch mit Risiko Pässe spielen und die dann schnell und präzise. Wir versuchen es, es gelingt uns auch durchaus und es kann nicht jeder riskante Pass ankommen. Aber ohne hohe Konzentration scheitert man halt öfter. Das erste Gegentor war im übrigen ein Beispiel dafür, dass jedes ungenaue Zuspiel (auch wenn es unter Bedrängnis erfolgt) und jede sxhlechte Ballannahme/Ballverarbeitung zum Gegentreffer führen kann.

Ein weiterer Kritikpunkt ist unser nach wie vor fehlerhaftes Verhalten bei Defensivstandards. Bürki soll hier nach dem Spiel Kritik geübt haben. Dass Friedl auf einmal frei stand und sich unbedröngt zum Ball bewegen konnte, war sicherlich dem Fehlverhalten seiner Vorderleute (u.a. Hakimi) geschuldet. Aber ich stelle mir immer mehr die Frage, warum sie Pfosten bei Exken gegen uns nicht besetzt sind. Es war heute nicht das erste Gegentor, bei dem eine Beastzung des Pfostens zumindest die Xhance erhöht hätte, den auf das Tor kommende Ball doch noch abwehren zu können. Ein am langen Pfosten stehender Spieler hätte sich auch rechtzeitig lösen und nach vorne Richtung Friedl bewegen können, um diesen nicht an den Ball kommen zu lassen. Die Besetzung der Pfosten ist immer Torwartsache. Wenn Bürki gegenüber dem Trainerteam eine Besetzung der Pfosten fordern würde, dann würde dies dann auch so gemacht. Kein Trainer verweigert sich hier dem Wunsch seines Keepers.

Vor dem Spiel schrieb ich hier, dass es wichtig sei, die Kopfballsxhwäche Werders bei Defensivstandards zu nutzen. Immerhin hat diese Kopfballschwäche unsere beiden Tore sehr begünstigt. Allerdings sahen unsere Ecken heute nicht so aus, als wollten wir daraus Kaital schlagen. Sicher, Hummels als unser gefährlichster Kopfballspieler fehlte. Aber keine Ecke zwang Werder in einen Luftzweikampf, obwohl z.B. Akanji bei Ecken auch im Strafraum präsent war. Das war für mich nicht nachvollziehbar. Dass Werde dafür unsere Schwäche bei Defensivstandards nutzte, hätte etwas von Ironie.

Wir müssen über die gesamte Spieldauer konzentrierter werden und wir müssen präziser im schnellen Passpiel werden. In der Naxhspielzeit wäre fast noch der Siegtreffer gefallen. Guerreiro setztBranst mit einem feinen Pass ein, dieser dringt in den Strafraum ein und passt auf Alcácer. Dieser kommt nicht richtig zum Ball und sxhie.t über das Tor. Aber es war auch sehr schwer für ihn, diesen Ball kontrolliert zu schießen. Weil er nicht flach, sondern vielleicht in 20, 30 cm Höhe gespielt wurde. Der Pass war die richtige Entscheidung Bransts, sie Passeixhtiung stimmte auch. Aber die Passhöhe halt nicht. Mag wie eine Petitesse klingen, aber solche ‚Kleinigkeiten‘ entscheiden halt oft über Treffwr oder Fehlschuss.

Die Punkteausbeute ist zum jetzigen Zeitpunkt eher unbefriedigend und der Spielverlauf gerade auch der letzten beiden Spiele alles andere als zufriedenstellend. Aber zum jetzigen Saisonzeitpunkt auch noch kein Totalcrash. In der Anfangsphase einer Saison kann man auch kaum von ‚leichten‘ und ‚schweren‘ Gegnern sprechen. Warten wir das erste Saisondrittel ab, da wird man wahrscheinlich eher sehn können, wohin die Reise gehen könnte. Es wäre nicht die erste Saison des BVB, die mäßig beginnt und am Ende erfolgreich wird.


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