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Trump reagiert und verhängt einen weltweiten Zoll von 10% (Politik)

FourrierTrans, Freistaat Sauerland, Samstag, 21.02.2026, 10:47 (vor 13 Stunden, 13 Minuten) @ markus
bearbeitet von FourrierTrans, Samstag, 21.02.2026, 10:53

Das ist alles richtig. Blöderweise braucht man für die Errichtung einer Quasi-Diktatur auch keine Mehrheit der Bevölkerung. Es reicht häufig, wenn es keinen geeinten Widerstand gibt. Ich mag den Nazivergleich trotz einiger nicht zu leugnender Parallelen eigentlich nicht, aber auch die NSDAP hatte bei freien Wahlen auf Reichsebene und in den meisten Ländern nie eine deutliche Mehrheit.
Und FourrierTrans hat durchaus Recht damit, dass man massiven Widerstand zumindest derzeit flächendeckend noch nicht sieht. Ob sich das bis zu den Midterms ändert? Ich bin mir da einfach nicht so sicher.


Was man anmerken muss und was bei vielen Deutschen nicht präsent ist: Es gab vor 1933 in der Tat durchaus breite Proteste gegen die NSDAP, teilweise mit Zehntausenden Teilnehmern. Als Beispiel hier mal ein Bild aus (ich meine sogar) München.

https://www.gewerkschaftsgeschichte.de/data/E03__269_Eiserne_Front_B002042_rdax_2047x924_75s.jpg

Davon sieht man rein gar nichts in den USA bisher. Und bei den Deutschen hat es trotzdem nicht gereicht, das Unheil zu verhindern.


Natürlich gab es Massenproteste der organisierten Arbeiterbewegung. Erinnert sei auch an den faschistischen Kapp-Lüttwitz-Pusch von 1920, der im Handumdrehen durch einen Generalstreik vereitelt wurde.

Traurigerweise ist der Organisationsgrad der arbeitenden Bevölkerung im Vergleich zu damals lächerlich, natürlich auch in den Usa. So hat die Gegenseite leichtes Spiel.


Das ist komplett richtig. Und wir müssen uns auch nichts vormachen, es sähe hier nicht anders aus. Man kann das ja auch "im Kleinen" beobachten, wo sich niemand wehrt, z.B. mit welch asozialer Gier das Großkapital die Reste der deutschen Arbeiterschaft ausnimmt und dabei von der Politik inkl. SPD flankiert wird. Wer sich ein Bild davon machen will, in welch asozialem Endstadium wir hier angekommen sind, kann sich die Finanzvorgänge rund um die VW AG in der vergangenen Woche anschauen. Nur um einige wenige Tage später ein noch härteres "Spar"programm anzukündigen. Und das in einem Konzern, in dem eine Landespolitik sogar direkte Eingriffsmöglichkeiten hat.

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/braunschweig_harz_goettingen/vw-ueberrascht-mit-sechs-milliarden-euro-betriebsrat-will-aufklaerung,vw-1064.html

So entsteht am Ende eine radikale Gesellschaft. Und alle gucken weg in Berlin. Und niemand geht auf die Straße. Keine Gewerkschaft, keine SPD. Allerdings muss sich da auch jeder Einzelne an die eigene Nase fassen, fairerweise.


VW ist mit über 90% stark organisiert. https://www.igm-bei-vw.de/meldung/pressebericht-ueber-angeblichen-ig-metall-mitgliederschwund-bei-vw-ist-falsch

Problematisch sind eher Dienstleistungsbereiche. Und genau deshalb sind dort die Löhne schlecht.

Ist richtig, nur was ist das greifbare Resultat?
Seit 2023 sind 11.000 festangestellte Jobs abgebaut worden, durch Abfindungen und co.
Bis Dezember 2025 waren weitere 25.000 Streichungen vertraglich fixiert (ATZ und co.). Also in weniger als 3 Jahren sind knapp 36.000 Stellen aus Deutschland verschwunden, bei VW fest angestellt. Parallel sammelt das Management in Q3 und Q4 2025 Geld, löst Rückstellungen auf und co. um dann im Q1 2026 6 Mrd. Euro Cash-Flow zu präsentieren. Das Ganze führt zu einer erhöhten Dividende (an der Stelle danke ich auch) und aber insbesondere die höchst möglichen Boni für das (Top)Management, welche, was ein Wunder, ab der Schwelle 5,5 Mrd. Euro Cash-Flow greift. Für eine aus meiner Sicht völlig unterirdische Performance. Es gab mal Zeiten, da wurden Dividenden ausgesetzt, wenn ein Unternehmen sich nicht imstande sah, Mitarbeiter zu halten bzw. aufzubauen und notwendige Investitionen in einen Modernisierungsschub tätigen musste. VW hingegegen sorgt dafür, dass sich die Inhaber den Tunnel durch Salzburg zum eigenen Schloss dann doch noch zeitgerecht fertigstellen können. Während man den Standort Deutschland ausbluten lässt. Interessante Performance der Arbeitnehmerseite.
Wenn so etwas möglich ist, welche Rolle genau spielt dann der BR oder die IGM oder die Landespolitik? Müssen wir dankbar sein, dass es nicht 70.000 Stellen sind?


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