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Every accusation is a confession (Sonstiges)

Pfostentreffer, Donnerstag, 19.02.2026, 14:56 (vor 2 Stunden, 28 Minuten) @ Chappi1991

Nur da, wo es um Opfer geht, wurde das Schwärzen "vergessen".


Bei Trump findet man das, wovon MAGA jahrelang geraunt hat. Großangelegter Missbrauch von jungen Menschen und jetzt will er König der Welt werden.


So wie ich das bisher mitbekommen haben, sieht es wohl stark danach aus, als würde Epstein selbst hinter oder stark mit drin stecken bei der QAnon-Sache. Das passt in die MAGA-"Strategie", Dinge, die man selbst macht, vorher schon anderen vorzuwerfen. Damit es hinterher unglaubwürdiger wird, wenn einem das seine Gegner selbst vorwerfen. Ich habe gelesen, dass Ghislaine Maxwell Superadministratorin bei 4chan gewesen sein. Das kann ich nicht prüfen. Aber wundern würde mich das alles nicht.

Laut der österreichischen (und auch vielen anderen) Politikwissenschaftlerin Natascha Stobl nennt man das "Projektion" und kann man mittlerweile als Standardmittel des - wieder ihre Worte - "radikalisierten Konservatismus" in der ganzen westlichen Welt bezeichnen. Man wirft dem politischen Gegner einfach ständig das vor, was man selbst getan hat.

Hat die grossen Vorteile, dass der politische Gegner zuerst mal stark damit beschäftigt ist, den Dreck irgendwie abzuwaschen und zu widerlegen (man denke hier nur an Hillary), auch wenn es kompletter Bullshit ist, das Narrativ sich trotzdem häufig verfestigt (Beispiel bei uns: Die Grünen machen nur ideologische Wirtschafts-oder Energiepolitik) und das man nachher oft sagen kann "machen die anderen doch auch" (Beispiel bei uns: Korruption und Vetternwirtschaft) und somit das eigene Verhalten normalisieren kann (wie du ja schon angesprochen hast). Auch als Ablenkung funktioniert es wunderbar.

Auch bei der Schuldenbremse konnten wir die Strategie gut sehen: Die Ampel (wollte 60 Milliarden umschichten) wurde ständig von Rechts vorgeworfen, dass sie nur das Geld für Klientelprojekte (Beispiele dafür waren dann krasserweise so Dinge wie Kindergrundsicherung und natürlich erneurbare Energien) ausgeben möchte. Man kann nur das Geld ausgeben, was man auch einnehmen kann. Schwäbische Hausfrau und andere moralische / ideologischen Fake Argumente, die volkswirtschaflich natürlich alle überhuapt nicht haltbar sind.

Ein Tag nach der Machtergreifung ist es dann plötzlich unumgänglich, 1000 Milliarden Schulden aufzunehmen, um die Hälfte davon den befreundeten Rüstungsunternehmen zuzustecken und die andere Hälfte grösstenteils anderen befreundeten Unternehmen, vor allem aus der Öl-und Gasbranche zuzuschustern. Also 1000 Milliarden auszugeben, die wahrscheinlich weniger Wachstumseffekt haben als die 60 Milliarden vorher, die man verhindert hat, weil diese Schulden daraus würden ja die Zukunft unserer Kinder zerstören (z. B. mit der Kindergrundsicherung...bei 60 Milliarden im Vergleich zu 1000). Und dann noch Zuwanderung austrocknen, so das quasi gar kein Wachstum mehr entstehen kann. Aber die anderen machen ideologische Politik...

Mir geht es nicht um die einzelnen Punkte, sondern den Fakt, dass Projektionen heute eine absolute Standardstrategie der politisch Rechten sind und sie es strategisch und strukturell einsetzen. Entsprechend macht es dann auch Sinn, es entsprechend einzuschätzen.


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