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Lähmende Arriviertheit vs Mut zu wirklich Neuem (Spieltage)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Montag, 23.09.2024, 21:07 (vor 482 Tagen) @ koom

Ich habe Fabian Hürzelers Arbeit in der 2. Bundesliga bei St. Pauli aus der Ferne beobachtet. In Elversberg habe ich die Mannschaft (und ihren Trainer) dann auch im Stadion agieren sehen.

Interessant fand ich vor allem die Entwicklung, welche das Team bis zum Aufstieg durchgemacht hat und die ohne den Trainer und dessen Entwicklung nicht möglich gewesen wäre.

Hatte Hürzeler nach Übernahme des Teams zur Mitte der Saison 22/23 in erster Linie auf die Arbeit gegen den Ball, Gegenpressing und schnelles Umschalten Wert gelegt, wurde man in der Saison 23/24 immer mehr zu einem Team, das seine Gegner auch spielerisch dominierte. Spielaufbau und das Bespielen tief und kompakt stehender Teams rückten in gleichem Maße in den Fokus wie sich die gegnerischen Teams gegen St. Pauli einigelten. Aber ohne dabei die grundlegenden Elemente der Defensivarbeit zu vernachlässigen.

Das schnelle defensive Umschalten blieb immer Kernpunkt des Spiels. Teilweise wurde das Gegenpressing gar nicht zur Rückeroberung des Balles nach dessen Verlust betrieben, sondern um Zeit zu gewinnen möglichst viele Spieler wieder hinter den Ball zu bekommen und die defensive Grundordnung einzunehmen.

Auffällig fand ich auch, dass man immer versuchte, den Spielaufbau flexibel zu halten, damit der Gegner sich nicht auf einen Weg einstellen konnte. Mal flach über die Sechs, mal über Außen, mal mit dem hohen (aber nicht unbedingt langen) Ball. Und je mehr die Gegner sich hinten hineinstellten, umso mehr versuchte man, ihn hinten hinauszuziehen anstatt um die Wagenburg herumzuspielen.

Bemerkenswert fand ich auch, dass Hürzeler zum einen eigene Vorstellungen von der Spielweise seines Teams hatte, andererseits offen zugab, sich bei der Weiterentwicklung in Teilaspekten durchaus an anderen Trainern orientierte. Z.B. an Glasners spezifischer Defensivkonzept bei der SGE oder de Zerbis Spielaufbau.

Ob Hürzeler nun in der PL reüssieren wird oder nicht, muss man abwarten. Da spielen viele Faktoren eine Rolle. Ein Trainer mit Konzept und mit dem Willen zur Weiterentwicklung dieses Konzeptes auf die Bedürfnisse des Teams bezogen ist er allemale. Und er hat gezeigt, dass er dies seinen Spielern vermitteln kann. Immerhin ist er mit St. Pauli Meister der 2. Bundesliga geworden und aufgestiegen.

Man sollte ihn im Auge behalten.


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