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Sahin’s Gedächtnislücke und Schuldzuweisung und eine Überraschung am Schluß (Spieltage)

Bembele, Münster, Montag, 23.09.2024, 13:28 (vor 482 Tagen) @ Redaktion schwatzgelb.de

Vorab: Sahin stets hat ein sehr sympathisches, offenes Auftreten, bei dem er den Respekt, den er von seinen Spielern fordert, auch selbst vorlebt. Das ist auch für eine Trainertätigkeit erst einmal keine schlechte Grundvoraussetzung. Ob das ausreicht, wird man sehen.

Weniger die hier oft negativ angeführte Unerfahrenheit, aber seine bisweilen seltsamen Aufstellungen (z.B. Adeyemi/Malen als Mittelstürmer) und (in den bisherigen Spielen) nur einmal ein halbwegs aufgehender Matchplan (Heidenheim) sowie eine bisher nicht auf dem Platz zu erkennende, neue Spielidee könnten zarte Zweifel (natürlich nicht bei Watzke und Co.) aufkommen lassen, dass die von ihm selbst erbetene lange Schonfrist (“viel Geduld“, „ein Prozess“) vielleicht nicht ausreichen wird. Allzu viel Zeit, um sich etwas um- und aufzustellen, sollte er sich nicht nehmen. Viel Glück dabei (in unser aller Sinne)!

Im Interview bei DAZN nach dem gestrigen Debakel, sagte der Trainer nun u.a.: „Du kannst als Borussia Dortmund nicht so auftreten. Das war ja das erste Mal mit mir, so eine Minusleistung.“

Dabei hätte er sich doch an das schwache (aber mit Glück immerhin Unentschieden ausgegangene) Spiel vor 3 Wochen bei einem wesentlich schwächeren Gegner in Bremen und seine ähnlich harschen Worte danach erinnern können:
„Wir waren viel zu langsam. Wir haben sehr schlecht angefangen. Es war viel zu einfach, uns zu verteidigen. Insbesondere die erste Halbzeit war gar nichts. Wir waren zu langsam und viel zu eng im Aufbau. Als Borussia Dortmund müssen wir anders auftreten, auch wenn die Mannschaft Veränderungen hatte und einen neuen Trainer hat.“

Gestern ging er nach der Partie hart mir seinen Spielern ins Gericht:
„Keine Basics, von der ersten bis zur letzten Minute nicht da, gefühlt nicht einen einzigen Zweikampf gewonnen. So ein Gesicht will ich nicht wieder sehen und das kann ich nicht akzeptieren, sehr sehr schlecht.“

Von eigener Verantwortung, wie manchmal von Alonso und Guardiola eingestanden, keine Spur. Das betrifft weniger den Matchplan und die Aufstellung, sondern die Einstellung.
Auch wenn es sich hier um gut bezahlte Berufssportler handelt, die man normalerweise nicht motivieren müßte: der Trainer ist maßgeblich verantwortlich, dass die Spieler (möglichst alle) mit dem nötigen Biss in das Spiel gehen. Das hat augenscheinlich gegen Frankfurt nicht richtig geklappt, auch nicht in Bremen, auch nur ansatzweise in Brügge und gar nicht in Stuttgart. Da in den drei erstgenannten Spielen das glückliche Ergebnis stimmte, mag es den Blick auf die dürftigen spielerischen und taktischen Ansätze vernebelt haben.

Und so war sich Sahin bei der PK am Freitag VOR dem Spiel sicher, ‚dass es ein gutes Spiel (vom BVB) wird‘:

„Ich habe das Gefühl, dass wir mit einem Mindset da hinfahren, dass wir da ein anderes Gesicht (als letzte Saison) zeigen wollen, dass wir als Borussia Dortmund auch den Anspruch haben, in Stuttgart gewinnen zu wollen und gewinnen zu können. Und daran lassen wir uns auch messen. Und wir werden dort hinfahren mit voller Selbstvertrauen mit unserer Spielidee und wollen das Spiel gewinnen. Wir werden da sein, wollen unser Spiel durchdrücken. Ich glaube schon, dass das ein gutes Spiel sein wird; und mal schauen, es wird gut.“

Das mag irgendwie alles komisch klingen im Nachhinein, aber fest steht: irgendwie hat der Trainer zu wenig am Mindset basteln können. Zur Vorbereitung hätte doch allein schon die Anschauung der zwei Spiele In Stuttgart (Meisterschaft und Pokal) aus der letzten Saison genügen können, die auch schon 6:1 oder 7:1 (bei 11 Großchancen in der BL-Partie) hätten ausgehen können. Denn die meisten Spieler des VfB bei der BL-Partie im November 23 waren auch gestern in der Startaufstellung (Guirassy war da auch nicht dabei, wurde erst spät eingewechselt).

Und – Überraschung (denn das ist besonders kurios) – der BVB ist dabei vor 10 Monaten in nahezu identischer Formation aufgelaufen: Kobel, Ryerson, Süle, Hummels (diesmal Anton), Schlotterbeck, Öczan (gestern Groß), Nmecha, Sabitzer, Brandt, Adeyemi, Füllkrug (gestern Guirassy).

Das heißt, nahezu dieselben Spieler haben sich damals schon so vorführen lassen (nun also sogar in 4 Spielen hintereinander gegen den VfB). Da darf man wohl auch mal generell die Frage nach der Qualität, dem Mindset und der Lernfähigkeit der Spieler, aber auch der Trainer (und des ganzen Umfelds) stellen.


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