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Lähmende Arriviertheit vs Mut zu wirklich Neuem (Spieltage)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Montag, 23.09.2024, 12:21 (vor 483 Tagen) @ koom

Der VfB erlebt (in Relation) gerade so etwas wie der BVB es unter Kloppo erlebt hat.

Ein junger Trainer mit klaren Vorstellungen vom Fußball, den er spielen lassen will. Ein Spielkonzept, das für Spieler und Zuschauer attraktiv ist. Ein nach begeisterndem Fußball und Erfolg ausgehungertes Publikum. Eine relativ kleine Führungsspitze, die den Trainer in Entscheidungen involviert, und kein Wasserkopf an Mitredenden. Relativ unbekannte Spieler, die aber nahezu perfekt ins Spielkonzept passen. Eine massive Abwerbung von Leistungsträgern durch etablierte Spitzenclubs und ein Ersetzen dieser Spieler durch Talente oder bislang verkannte Spieler, die aber ins Spielkonzept passen.

Das Ganze passiert eher nicht von heute auf morgen, ist ein Prozess und wird durch das Schwächeln von bisherigen Platzhirschen begünstigt. Irgendwann ist dann die Spitze dieser Entwicklung erreicht, vielleicht hat man einen Titel gewonnen. Aber wie geht es dann weiter? Oft erfolgt dann der Absturz. Zu viele Spieler werden abgeworben und man kann sie nicht mehr adäquat ersetzen. Der Trainer geht. Die Ansprüche sind aber ganz andere als zu Beginn des Erfolgs. Man will dort bleiben, wo man angekommen ist.

Schwierig genug, aber mitunter gelingt es, siehe BVB. Doch geht Arriviertheit nicht selten mit Sattheit einher. Und wer nicht mehr hungrig ist, der denkt eher an das Erhalten und weniger an das Voranschreiten. Revolution begeistert die Massen, funktioniert aber meist nur, wenn die Massen hungrig sind. Evolution ist das schwierigere Geschäft, vor allem wenn die Beteiligten satt sind.

Kloppo hat kein Strohfeuer entfacht, die Flamme hat lange gelodert. Aber auch diese erlöscht irgendwann. Spätestens dann, wenn (um im Bild zu bleiben) der Protagonist ausgebrannt ist.

Der BVB hatte nach Klopp gute Trainer, die aber sämtlich irgendwann gescheitert sind oder von der Clubführung nicht mehr gewünscht waren. Was viele Gründe hatte, die z.T. bei diesen Trainer selbst lagen, zu einem großen Teil aber auch bei der Clubführung zu suchen sind. In der Spitzengruppe der Bundesliga ist man dabei immer geblieben und die Geldtöpfe der CL und nun auch Club-WM sorgen für die wirtschaftliche Voraussetzung, dass dies so bleiben kann.

Was man mAn im Club benötigt, ist eine neue Idee, sind neue Gesichter, ist neue Begeisterung. Von einer gänzlich anderen Ausgangsebene kommend und mit eine doch etwas anderen Zielsetzung als es 2008 der Fall war. Was nicht ohne Risiko geht.

Ich persönlich gehe davon aus, dass man in der Führung des BVB durchaus solche Gedanken hatte und hat. Man setzt nun zum zweiten Mal auf einen jungen Trainer ohne große Meriten und erhofft sich vielleicht so etwas wie Aufbruchstimmung. Nur reicht in meinen Augen Jungsein allein nicht aus. Und es reicht auch nicht aus, wenn man aus dem eigenen Stall kommt.

Davon einmal abgesehen, dass ich Nuri Sahin baldigen und langanhaltenden Erfolg als Trainer des BVB wünsche, hätte ich lieber einen jungen Trainer mit unabhängigem Kopf bei uns gesehen. Und ich hätte es gerne gesehen, wenn unser Wasserkopf diesen Trainer nicht erdrückt. Die Frage ist nur, ob die Stakeholder sich entsprechend zurücknehmen können.

Mein Favorit (und das habe ich sehr früh und auch öfters geschrieben) wäre Fabian Hürzeler gewesen. Und klar, einen Sebastian Hoeneß hätte ich auch genommen. Ob diese beiden allerdings gekommen wären, ist eine andere Frage.

Schaun mer mal.


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